Einer – der ehemalige langjährige Klubobmann der ÖVP-Fraktion im Parlament, August Wöginger – ist bereits verurteilt. Wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch im sogenannten Postenschacher-Prozess um die Leitung eines Finanzamtes in Oberösterreich.
Doch was ist das im Gegensatz zum Treiben des Wiener Wirtschaftskammer-Bosses und hochrangigen ÖVP-Funktionärs Walter Ruck? Der mauschelt, wie nun aus der „Krone“ vorliegenden Protokollen schwarz auf weiß ersichtlich, offenbar noch viel heftiger. Dazu fiel dem Kanzler und ÖVP-Chef zunächst nichts ein, so wie er Wöginger bis zuletzt verteidigte.
Das geht sich nun nicht mehr aus, spätestens, wo auch öffentlich wird, wie abfällig sich Kammerpräsident Ruck über Frauen und auch über hochrangige Parteifreunde wie Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer ausschleimt.
Hatte Christian Stocker noch in der Vorwoche gemeint, er werde dazu keine Meinung äußern, fordert er nun doch Aufklärung.
Ja, Postenschacher, wie er bei Wöginger und nun Ruck öffentlich wurde, scheint im ÖVP-Dunstkreis noch immer zu florieren. Deshalb wollen höchste Parteikreise auch nicht verstehen, warum es zur offenbar zwischen ÖVP und SPÖ ausgepackelten Bestellung der ORF-Spitze Kritik gibt.
Es ist ein übles Sittenbild, auf das jetzt Scheinwerfer gerichtet sind. Wir von der „Krone“ sehen es als unsere Aufgabe an, Licht ins Dunkel zu bringen.
Aber ausmisten, endlich für saubere Verhältnisse sorgen: Das muss die Politik.