Politik

Schachmeisterin lehnt Magyars Angebot ab

Schachmeisterin lehnt Magyars Angebot ab

Der erste Versuch, eine überparteiliche Person zum nächsten ungarischen Staatschef zu küren, ist gescheitert. Am Montag hat die Schachmeisterin Judit Polgár das Ersuchen von Premier Péter Magyar abgelehnt.

Sie fühle nicht genug Kraft dafür, „die historische Verantwortung für die Vereinigung einer gespaltenen Nation zu übernehmen“, erklärte die frühere Olympiasiegerin und jahrzehntelange Weltranglisten-Erste der Frauen auf ihrer Facebookseite. Magyar reagierte auf die Entscheidung von Polgár und bedankte sich für alles, was sie für Ungarn getan hätte. Er könne vielleicht im Namen vieler Millionen Ungarn erklären, dass „wir auch in Zukunft – wenn auch auf andere Art und Weise – mit Ihnen rechnen“.

Judit Polgár hat als erste Frau Weltmeister Garri Kasparow besiegt. Unten sehen Sie Ausschnitte des Duells im Jahr 2002:

Laut Medienberichten hatte das Ersuchen, Polgár für das Amt der Staatspräsidentin zu gewinnen, das Lager von Magyar gespalten. Die Opposition kritisierte, dass Magyar die ungarische Legende ohne gesellschaftliche Konsultation als Kandidatin benannt hatte. In einer Rede erklärte Magyar, dass seine Tisza-Partei gemeinsam mit den Fraktionen der Opposition und der Zivilgesellscahft zusammenarbeiten werde, um eine geeignete Person für das Amt zu finden.

Parlamentspräsidentin ist interimistische Staatschefin
Das Mandat von Staatspräsident Tamás Sulyok ging – nach einer unterzeichneten Verfassungsänderung – am Montag zu Ende. Das Parlament hat 30 Tage Zeit, ein neues Staatsoberhaupt zu wählen. Solange soll Parlamentspräsidentin Ágnes Forsthoffer interimistisch die Amtsgeschäfte des Staatsoberhaupts übernehmen.

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