Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen? In Ihrem neuen Bestsellerbuch „Es war einmal“ blickt Schriftstellerin Erika Pluhar (87) auf Krieg, Verlust und die Brüche ihres bewegten Lebens zurück. Angesichts des Erstarkens der FPÖ und der wachsenden Offenheit für rechtspopulistische Positionen stellt sich die Zeitzeugin aber auch die Frage, wie schnell sich gesellschaftliche Gewissheiten verändern können. Ein Gespräch über Erinnerung, Verantwortung und eine Republik, die vor neuen Herausforderungen steht.
„Krone“: Am 20. September heißt es um 15 Uhr im Alten Kino in Mörbisch „Pluhar liest und singt Pluhar“. Dabei lesen Sie auch aus Ihrem neuen Bestsellerbuch „Es war einmal“. Das klingt nach Märchen, handelt aber von Ihrem sehr wirklichen und sehr schmerzhaften Leben. Warum gerade diese drei Worte?
Erika Pluhar: Dass der Verlag und ich uns entschlossen haben, das Buch so zu nennen, war ein bisschen Kalkül. Denn das Lied „Es war einmal“, der Text stammt von André Heller, war einst sehr, sehr erfolgreich. Etliche Menschen flüstern mir jetzt noch im Vorbeigehen zu: „Es war einmal“. Dann antworte ich leise: „Und es war einmal schön“. In diesem Buch blicke ich auf Situationen und Menschen meines Lebens zurück. Viele von ihnen waren eine Weile sehr berühmt und gerieten dennoch in Vergessenheit. Zack-bumm, ist man weg.