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Ein himmlisches Spiel zwischen Erde und Paradies

· Culture

Die Friesacher Burghofspiele feierten mit „Der Brandner Kaspar kehrt zurück“ eine Premiere voller Witz, Musik und Jenseitsgeschichten. Das Publikum belohnte das Ensemble mit stehenden Ovationen.

Der Bühnenhimmel am Petersberg wurde bei der Premiere der Friesacher Burghofspiele eins mit dem natürlichen Firmament. Vor 13 Jahren spielte der Brandner Kaspar bereits auf Kärntens Akropolis mit dem Boandlkramer um mehr Lebenszeit auf der irdischen Welt, landete jedoch schließlich im Paradies. Nun kehrt er zurück – und das mit einem wahren Feuerwerk aus Gstanzln, Showeinlagen und profundem Bühnenspiel in einem atemberaubenden Bühnenbild (Andrea Hirschl).

Marei (herzig: Valentina Wurzer), die Enkelin des Brandner Kaspar, ist wieder unter den Lebenden und führt mit ihrem Mann Flori (spielfreudig: Michael Grübl) und ihren Kindern ein beschauliches Leben, das schnell aus den Fugen gerät. Bürgermeisterwitwe Agathe Senftl (souverän: Christina Kogler) trägt ihren Hund Bubi unter jazzigen Saxophonklängen zu Grabe – mit ihm auch eine beträchtliche Summe Geld.

Ein Abend voller eingespielter Duette
Vom Paradies aus blickt der Brandner Kaspar indes auf die Erde herab und kann sogar in die Zukunft sehen. Die verheißt nichts Gutes: Flori möchte das Geld nächtens ausgraben, wird von der Witwe ertappt und erschlägt sie. Genau das will der ausgefuchste Himmelsbewohner verhindern...

Die Burghofspiele bieten einen Abend herrlich eingespielter Duette. Publikumslieblinge: Der süffisant-tollpatschige Boandlkramer (Günther Herbst) düst mit dem bockrig-gewitzten Brandner (Wilfried Popek) als Duo paradisiacum mit einer Ape samt Sarg durchs Universum.

Jeder Handgriff sitzt
Das mitreißende musikalische Duo Robert Gruber (Saxophon) und Felix Lintschinger (Harmonika) treibt das Tanzensemble unter der gekonnten Leitung von Chiara Pichorner zu Höchstleistungen. Das verliebte Zweigespann Agathe und Nantwein (spitzbübisch: Helmut Wachernig) lässt Herzen höher schlagen. Ein weiteres Duo: die pointensichere, polternde Portnerin (Andrea Köck) und die ausdrucksstarke, temperamentvolle Engelin (Mike Lackner).

Die solide Regie von Michael Eybl blickt nicht nur auf die Hauptprotagonisten; auch die Statisterie erzählt Geschichten – jeder Handgriff sitzt. Einzig der etwas entschleunigte Beginn samt Videoeinspielung hätte ein wenig mehr Pfiff vertragen. Ein Abend, der den Burghofspielen mehr als gerecht wird. Stehende Ovationen.