Voice of Freedom Повна версія

Eine Duo-Nacht mit dem Charme des ersten Auftritts

· Culture

Eine edel besetzte Duo-Night quer durch die österreichische Szene und durch ganz unterschiedliche Spielarten beendete die dritte Ausgabe des jungen alternativen Wiener Jazzfestival „Open Jazz Vienna“ zum Sommerbeginn – zum ersten Mal im Radiokulturhaus.

Satt-kreativer Tastenklang, stimmungsvolle Vokal- und Instrumentalträumereien und eine groovende Begegnung von Gitarre und Trompete - drei Varianten zu zweit wurden bei der Duo-Night auch zum dreifachen Premierenereignis des intimen musikalischen Zusammenspiels. Mit dem international akklamierten Saitenvirtuosen Wolfgang Muthspiel und dem experimentierfreudigen Trompeter Mario Rom mit dem unglaublich vielgestaltigen Klangspektrum gab es da einen Streifzug zwischen höchst melodiösen und schönen Motiven, mitreißend perkussiven Akzenten und fein geführten Improvisationen.

Lustvolle Erkundungen und Exkursionen führen in nähere und fernere Weltgegenden auf der Gitarre, in die sich die Trompete einstimmt und dann eigene Wege geht - in andere Kulturregionen und Harmonien. Poetisch und entrückt wirkt Roms kompaktes Vorspiel bisweilen, bevor Muthspiels Eigenkompositionen mit der thematischen Ohrwurmqualität von den beiden liebevoll ausgeschmückt werden und das Gemüt umschmeicheln.

Für‘s Gemüt und den Geist
Trost für‘s Gemüt gab‘s überdies stimmlich und mit variierenden Instrumentalkombinationen von der jungen Singer-Songwriterin Elena Schäfer, die mit dem vielseitigen Akkordeonmeister Christian Bakanic zwischen berührend-zerbrechlich wirkenden Eigenwerken auch dem einen oder anderen Jazzstandard überzeugend Platz gab.

Für die emotionale Jazz-Einstimmung sorgten mit der Vielfalt des reinen Tastenspiels und dichter Klangwirkung zwei bestens im heimischen Geschehen verankerte Musiker: Viola Hammer am Klavier und Philipp Nykrin an Keyboard und Moog-Synthesizer. Wunderschön ausgebreitet und rhythmisch strukturiert geraten die anregenden Dialoge, in denen man sich genüsslich die Bälle zuspielt und gezielte Akzente platziert und auch einen Abstecher in Ambient Music unternimmt. Und wenn der Synthesizer sphärisch abhebt, hält das Klavier mit deftiger Kraft die verlässliche Erdung. Vollmundig und inspirierend.

Während das darniederliegende ehemalige JazzFest Wien weiterhin vertröstet, kann man sich über konkrete Aktivitäten von Open Jazz Vienna auf der Webseite informieren oder den Newsletter abonnieren: www.openjazzvienna.at