„Es kotzt mich an!“ Matthäus platzt der Kragen
„Es kotzt mich an, dass sowas möglich ist“, schimpft Lothar Matthäus. Der WM-Skandal um die aufgehobene Rot-Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun samt Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump lässt bei Deutschlands Rekord-Nationalspieler den Kragen platzen.
„Es macht mich traurig. Und nicht nur mich. Für mich hat Trump vom Fußball keine Ahnung. Andere Spieler bei dieser WM durften nach ähnlichen Vergehen nicht auf Bewährung weiterspielen“, so Matthäus in der deutschen „Bild“-Zeitung. „Ich kann mir gut vorstellen, dass sich immer mehr Menschen abwenden. Ein Verband wie die FIFA sollte so stark sein, dass er solchen Versuchen der Einflussnahme standhält. So macht sie sich endgültig unglaubwürdig. Das ist dann nicht mehr mein Fußball, den ich 60 Jahre geliebt habe.“
„Balogun wäre ein Held, wenn ...“
Und der fünfmaliger WM-Teilnehmer, Weltmeister und Weltfußballer zieht nach dem WM-Skandal auch Konsequenzen! „Ich werde das Spiel USA gegen Belgien nicht schauen“, stellt Matthäus kalr. „Balogun hat 0,0 das Recht zu spielen. Wäre er ein Held, würde er von sich aus verzichten. Aber das kann er sich wohl nicht erlauben. Genauso wenig wie Trainer Pochettino es sich leisten kann, ihn nicht aufzustellen. Dann könnte er besser noch vor dem Anpfiff seine Koffer packen.“
Rot-Sperre aufgehoben
Balogun hatte im WM-Spiel gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen, nachdem er unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners gelandet war, und war zunächst für ein Spiel gesperrt worden. Die FIFA setzte die Sperre später unter Berufung auf Artikel 27 ihres Disziplinarreglements, der die Aussetzung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise ermöglicht, für ein Jahr zur Bewährung aus. Damit ist der US-Stürmer nach derzeitigem Stand für das Achtelfinale gegen Belgien spielberechtigt.