„Es reicht!“: Tausende Frauen legen Arbeit nieder
Zuerst gingen die Schüler gegen das Kopftuchverbot auf die Straße, dann die Justiz und die Studenten. Am 24. Oktober legen Frauen ihre Arbeit nieder – und zwar nicht nur die Lohnarbeit. Sie fordern Gerechtigkeit bei der Bezahlung und bei der Care-Arbeit.
„Nichtstun ist unsere schärfte Waffe“, sagt Organisatorin Julia Zdarsky – und ruft genau dazu auf: Am 24. Oktober ab 17 Uhr vor dem Parlament in Wien werden mehr als 3000 Frauen erwartet, die aus Protest nicht nur die Lohnarbeit niederlegen. „Wir kochen nicht, putzen nicht und betreuen keine Kinder.“
Wieso man an einem Samstagabend demonstriert? „Das ist der Jahrestag des großen Frauenstreiks in Island“, sagt Zdarsky. 1975 beteiligten sich 90 Prozent aller Isländerinnen an dem Streik, der dazu führt, dass die Insel heute eines der fortschrittlichsten Länder der Welt in puncto Geschlechtergerechtigkeit ist.
Altbekannte Forderungen erneuert
Das Aktionsbündnis FRAUEN*Streiken will, dass altbekannte Forderungen wie jene nach gerechtem Lohn endlich umgesetzt werden. „40 Prozent weniger Pension, 20 Prozent weniger Lohn und nur zwei Prozent der Männer, die in Karenz gehen – das ist obszön“, sagt Zdarsky. Sie fordert, dass man Haus- und Familienarbeit gerecht aufgeteilt und Frauen besser vor Gewalt geschützt werden.