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EU-Indien-Handelsabkommen soll im Dezember kommen

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Im Dezember soll das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien unterzeichnet werden. Das sagte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) am Mittwoch, nachdem sie ihren indischen Amtskollegen Subrahmanyam Jaishankar in Neu-Delhi getroffen hatte.

Derzeit würden bestehende Zölle die Unternehmen stark belasten. Fallen diese weg, seien „wirklich große positive Anstrengungen“ zu erwarten, sagte die Außenministerin. Bereits jetzt hingen rund 5000 österreichische Arbeitsplätze direkt an der Wirtschaftsbeziehung zu Indien. Mit dem Freihandelsabkommen könne „ungefähr die gleiche Zahl“ zusätzlicher Arbeitsplätze entstehen.

Laut Meinl-Reisinger haben mehr als 170 österreichische Unternehmen Niederlassungen in Indien, ungefähr 70 produzieren vor Ort. Insgesamt exportieren mehr als 1300 heimische Unternehmen in das Land. Im Gespräch mit Jaishankar sei ein Fast-Track-Mechanismus vereinbart worden, der es künftig ermöglichen soll, Anliegen von Betrieben rascher direkt bei indischen Stellen zu adressieren. Der Außenminister und das Büro des Premierministers könnten ebenfalls Ansprechpartner für Unternehmensanliegen sein, hieß es.

„China ist zunehmend protektionistisch“
„Während China zunehmend protektionistisch ist und auch vonseiten der USA die Zolldaumenschrauben angezogen werden, wird die Partnerschaft zwischen Europa, auch Österreich, und Indien immer wichtiger (...). Egal bei welchem Thema, man kommt eigentlich an Indien nicht vorbei“, sagte Meinl-Reisinger am Mittwoch. Die Europäische Union ist bereits der größte Handelspartner des bevölkerungsreichsten Landes der Welt. Das jährliche Handelsvolumen zwischen beiden Seiten beläuft sich laut EU-Kommission auf mehr als 180 Milliarden Euro.

Das Abkommen, das im Dezember unterzeichnet werden soll, soll der EU den Zugang zum indischen Markt erleichtern, Zölle senken und Handelshemmnisse abbauen. Zudem ist von verlässlichen Bedingungen für Handel und Investitionen die Rede. Über das Freihandelsabkommen hat die EU bereits seit 2022 verhandelt. Die Gespräche wurden im Jänner 2026 abgeschlossen.

Die EU wird Zölle auf über 90 Prozent der Zolllinien und Indien auf 86 Prozent der Zolllinien abschaffen. Durch die Zollsenkungen sollen jährlich rund vier Milliarden Euro bei europäischen Produkten eingespart werden. Betroffen sind unter anderem Industrieprodukte wie Chemikalien und Kunststoffe, Lebensmittel wie Olivenöl und Brot. Sensible Sektoren auf beiden Seiten werden ausgeschlossen, darunter Zucker und Rindfleisch.