Seit mehr als 180 Jahren zieht Familie Ronaldo bereits als Zirkusartisten, Clowns und Musiker durch die Welt. In „Da Capo“ lassen sie diese bewegte Geschichte auf grandiose Weise Revue passieren. Zu sehen bis 8. August bei La Strada in Graz.
Eigentlich würde Danny Ronaldo mit der Geschichte seiner Familie ganz gerne erst im Jahr 1971 beginnen. Da nämlich war der aktuelle Capo des Circus Ronaldo bereits mit dabei, als seine Familie Zirkusgeschichte schrieb. Doch die Geschichte des mittlerweile sieben Generationen umspannenden Clans – und die achte Generation macht auch schon erste kunstvolle Schritte in der Manege – beginnt viel früher!
Wir schreiben das Jahr 1842 und ein 15-Jähriger läuft von zu Hause weg, um mit dem fahrenden Künstlervolk seine Bestimmung (und seine große Liebe) zu finden. Und diese Bestimmung ist offensichtlich vererbbar, wie der belgische Zirkus in der Produktion „Da Capo“ eindrucksvoll beweist. Darin begibt man sich auf einen Streifzug durch die Familiengeschichte und lässt damit auch gut 180 Jahre Zirkusgeschichte Revue passieren.
Da gibt es etwa die theatrale Commedia dell’arte und die Pferdetricks mit denen der Gründervater berühmt wurde. Später nutze man die ebene erfundene Elektrizität, um das Publikum zu begeistern und entwickelte sich akrobatisch immer weiter - Spitzentanz auf Champagnerflaschen inklusive. Als Weltwirtschaftskrise und Weltkrieg dem Clan einen Strich durch den Zirkustraum machten, sattelte man auf Musik um und feierte mit Rock’n’Roll Erfolge, ehe man ab 1971 zum klassichen Zirkus im klassischen Zelt zurückkehrte und schließlich wieder zu einer theatralen Version der Kunstform fand, die wohl auch dem Urvater 1842 gefallen hätte.
Mit chaotischem Humor, einem Gespür für die Parallelitäten der Geschichte und nostalgischem Charme macht diese Show einen sympathischen Spagat vom Gestern ins Heute. Mit einem eindrucksvollen Arsenal an alten Requisiten und Kostümen wird sie zudem zu einem Fest für die neugierigen Augen. Und weil die Mitglieder des Familienzirkus musikalisch mindestens genauso talentiert sind wie artistisch, wird „Da Capo“ auch noch zu einem Ohrenschmaus. Kurz und gut: Das sollten Sie nicht verpassen! Zu sehen bis 8. August im Zelt in Graz Reininghaus.