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Flüchtlingsgesellschaft zieht jetzt die Notbremse

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Der Personalstand sank nicht im selben Tempo wie die Flüchtlingszahlen: Jetzt müssen die Tiroler Soziale Dienste Einrichtungen schließen. Weiteres Problem sind laufende Mietverträge. 

Waren es Ende 2023 5138 Personen, die von den TSD landesweit betreut wurden, so hat sich diese Zahl zwei Jahre später fast halbiert. „Ende dieses Jahres werden wir deutlich unter 2000 Personen sein und wenn der Trend so weitergeht, dann werden 2027 noch einmal wesentlich weniger Personen in der Grundversorgung sein“, erläuterte gestern TSD-Geschäftsführer Florian Stolz.

Manche Unterkünfte werden nur stillgelegt
Deswegen stehe man jetzt vor der Herausforderung, die Strukturen anzupassen, sowohl was die Unterbringungskapazitäten betrifft, als auch das Personal. Es wird massive Einschnitte geben müssen, „um endlich wieder ausgeglichen bilanzieren zu können“, sagte Stolz. Er rechnet damit, dass binnen eines Jahres etwa die Hälfte aller 45 Flüchtlingsunterkünfte zugesperrt werden müssen. Manche würden auch nur stillgelegt, um sie bei Bedarf rasch wieder „hochfahren“ zu können.

Sozialplan bereits vor einem Jahr abgeschlossen
Beim Personalstand – derzeit sind es 220 Beschäftigte – werde in etwa ein Drittel eingespart werden müssen. Die Personalvertreter sind in den Prozess eingebunden. Auch für sie führt an der Neustrukturierung kein Weg vorbei. „Die Umsatzerlöse gehen stark zurück, das heißt, wir müssen in Millionenhöhe einsparen. Wir reden hier von Steuergeld. Da braucht man nicht lange weiter zu diskutieren“, betonte Betriebsratsvorsitzender Harald Gheri. „In weiser Voraussicht“ habe man vor einem Jahr einen neuen Sozialplan beschlossen. Der Sparkurs wirke sich mittlerweile auf alle Bereiche der TSD aus, ausgenommen ist der Wohnungs- und Obdachlosenbereich. Wo es möglich sei, werde mit Versetzungen gearbeitet.

Alte Mietverträge sind nicht so leicht kündbar 
Etliche Mietverträge von Einrichtungen seien bereits gekündigt, manche müssen weiterlaufen, weil sie vor langer Zeit, teilweise noch vom Land Tirol selbst, abgeschlossen wurden, erläuterte Stolz. Zum immer wiederkehrenden Problemfall Notschlafstelle Schusterbergweg Innsbruck erklärte er, diese könne wegen spezieller Anforderungen nicht einfach in eine andere Einrichtung verlegt werden.