Politik

Grüne wollen „den Weg mit der KPÖ weitergehen“

Grüne wollen „den Weg mit der KPÖ weitergehen“

Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) kann ihren historischen Erfolg von 2021 nicht wiederholen: Die Öko-Partei verliert bei der Grazer Gemeinderatswahl 2,4 Prozentpunkte und landet bei 14,9 Prozent der Wählerstimmen (Hochrechnung um 18.30 Uhr). Jetzt will man die Zusammenarbeit mit der KPÖ fortsetzen.

„Starke Grüne auf die zwei“ – mit diesem Wahlslogan zogen die Grazer Grünen mit Judith Schwentner ins Wahlkampffinale. Nach fünf Jahren als Vizebürgermeisterin der Landeshauptstadt hatte sie versucht, Erfolge wie neue Radwege, eine begrünte Innenstadt und neue Bim-Linien in Erinnerung zu rufen, während die rechten und konservativen Oppositionsparteien sie als Verantwortliche für Stau in der Stadt kritisierten. Nervosität lag in der Luft: Würde man auf zwölf Prozent rasseln, wie es eine Umfrage im Wahlkampf vorhergesagt hatte? 

Die große Erleichterung kam am Sonntagabend in der heißen Scherbe im hippen Lendviertel erst bei der zweiten Hochrechnung: Mit fast 15 Prozent – und der KPÖ bei etwa 36 Prozent – kann man die Koalition wohl fortsetzen. „Die Aufholjagd ist geglückt“, sagt Landesparteichefin Sandra Krautwaschl in einer ersten Reaktion. „Wir wollen den Weg mit der KPÖ weitergehen. Der Ball liegt bei Elke Kahr – aber ich gehe davon aus, dass sie und Judith Schwentner sich noch heute dazu unterhalten werden.“ 

„Anspruch war, gestalten zu können“
Das Wahlziel, den zweiten Platz, verfehlt zu haben, scheint dabei nebensächlich. „Unser Anspruch war, weiter gestalten zu können“, sagt Krautwaschl. Vom Erfolg im Jahr 2021 – damals gewann die Öko-Partei 6,8 Prozentpunkte dazu und landete bei 17,3 Prozent – war die Fallhöhe groß.

Auch andere Parteifunktionäre sehen die Arbeit von Schwentner bestätigt und hoffen auf eine Fortsetzung mit der KPÖ. „Insgesamt ist das Ergebnis ein Auftrag für die Koalition, weiterzumachen“, sagt Ex-Vizekanzler Werner Kogler – freilich ohne die SPÖ, die als Mehrheitsbeschafferin gar nicht notwendig sein wird.

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