„Große Opfer, aber Israel kann uns nicht besiegen“
Trotz einer formalen Waffenruhe kommt es im Libanon nahezu täglich zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz und dem israelischen Militär, das im Nachbarland weiterhin Gebiete besetzt hält. Währen der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich gar über eine Annexion der besetzten Gebiete fantasiert, tönt Hisbollah-Chef Naim Qassem: „Wir können nicht besiegt werden.“
In einer Rede anlässlich des zweiten Todestages seines Vorgängers Hassan Nasrallah betonte Qassem die Widerstandsfähigkeit seiner Miliz. Israel sei nicht in der Lage gewesen, „den Widerstand zu brechen“, so der 73-Jährige.
An der Gedenkveranstaltung nahe dem Grab Nasrallahs im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut nahmen Zehntausende Menschen teil, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Einige von ihnen trugen Fahnen der Hisbollah, des Libanon und Iran oder Bilder Nasrallah mit sich. Aus der Menge heraus erklang der Ruf „Tod Amerika, Tod Israel“.
Hisbollah an Verhandlungen mit Israel nicht beteiligt
Nasrallah war am 27. September 2024 bei einem massiven israelischen Luftangriff auf die südlichen Vororte Beiruts getötet worden. Im Libanon bekämpfen sich die israelische Armee und die schiitische Hisbollah. Unter Vermittlung der USA hatten sich die Regierungen Israels und des Libanon zwar Ende Juni auf eine Rahmenvereinbarung geeinigt, die den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll. Die Hisbollah war an den Verhandlungen jedoch nicht beteiligt.
Die Rahmenvereinbarung sieht die Entwaffnung der Hisbollah, einen schrittweisen Abzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon und zugleich die Entsendung der libanesischen Armee in die Region vor. Die Miliz lehnt sowohl ihre Entwaffnung als auch die direkten Gespräche der libanesischen Regierung mit Israel vehement ab.