Nach dem historischen Achtelfinal-Einzug Ägyptens sorgt Trainer Hossam Hassan für Aufsehen. Er feierte den Sieg gegen Australien mit einer Palästina-Flagge und einer politischen Botschaft. Ob er damit nicht gegen die FIFA-Statuen verstoßen hat?
Die Causa dürfte im Nachgang noch heiß werden. An sich gilt bei der WM Politik-Verbot. Das Propagieren von entsprechenden Botschaften ist untersagt. Dem Kollegen Hossam dürfte das nicht bewusst oder wurscht gewesen sein. Nach dem spektakulären Sieg im Elferschießen seiner Mannschaft gegen Australien im WM-Sechzehntelfinale zeigte er auf dem Spielfeld eine Palästinenser-Flagge, während er eine ägyptische Fahne um den Rücken gebunden hatte. Auf den Tribünen wurde die Geste von Fans bejubelt, wie Videos in sozialen Medien zeigen.
Sieg dem palästinensischen Volk gewidmet
Nach dem Spiel äußerte sich Hassan auch verbal politisch. Er widme den Sieg dem ägyptischen und palästinensischen Volk. „Seht nur, wie sehr sich das palästinensische Volk, dem mein Herz und meine Seele gehören, trotz des Leids, das es erdulden muss, für uns freut“, sagte der 59-jährige Trainer. Er fügte hinzu: „Möge Gott ihnen beistehen, die Lebenden beschützen und ihren Märtyrern Gnade gewähren.“ Märtyrer? Wen und was meint er damit? Und wie? Eine Anspielung auf den 7. Oktober 2023?
Die Aktion düften einen klaren Verstoß gegen die Regeln des Weltfußballverbandes FIFA darstellen. Die Statuten und der Verhaltenskodex für die Stadien verbieten ausdrücklich politische, religiöse und persönliche Botschaften im Rahmen von WM-Spielen. Das betrifft sowohl Symbole und Banner auf den Rängen als auch Gesten oder Slogans von Spielern und Offiziellen auf dem Spielfeld oder bei offiziellen Veranstaltungen.
Ob der Ägypten-Coach bestraft wird? Fraglich bis zweifelhaft. Schon bei der WM in Katar vor vier Jahren waren „Free Palestine“-Slogans toleriert worden.