Was für ein rabenschwarzer Samstag für Isack Hadjar! Der Red-Bull-Pilot wurde beim Formel-1-Wochenende in Singapur gleich zweimal von technischen Problemen ausgebremst. Sowohl im Sprint als auch im Qualifying war vorzeitig Schluss. „Das kotzt mich im Moment am meisten an“, war der Franzose stinksauer.
Schon im Sprintrennen war Hadjar zur Aufgabe gezwungen. Nachdem Mercedes-Pilot George Russell gegen Ende der ersten Runde einen Unfall verursacht hatte, musste der 22-Jährige seinen RB22 während der anschließenden Safety-Car-Phase wegen eines Defekts an der Antriebseinheit abstellen. Zwischen Sprint und Qualifying legten die Red-Bull-Mechaniker eine Extraschicht ein. Rechtzeitig zum Qualifying war das Auto wieder einsatzbereit.
„Ich will einfach nur fahren“
Doch auch diesmal hielt der Red Bull nicht lange durch. Zunächst blieb Hadjar auf der Strecke stehen, konnte seinen Boliden aber wieder in Gang bringen und an die Box zurückfahren. Bei einem weiteren Versuch machte schließlich das Getriebe Probleme – das endgültige Aus war besiegelt.
Im Gespräch mit Sky UK wurde Hadjar darauf angesprochen, ob sich der Rückschlag leichter verkraften lasse, weil ihn keine Schuld am Defekt treffe. Seine knappe Antwort: „Nein, ich will fahren.“
Dann platzte es aus ihm heraus: „Ehrlich gesagt ist mir Platz 22 völlig egal. Ich will einfach nur rausfahren und mein Ding machen. In der Garage liegen gerade jede Menge weiche Reifen, die nicht mehr zum Einsatz kommen werden. Und genau das kotzt mich im Moment am meisten an. Ich will einfach da draußen sein und mit den anderen Jungs kämpfen.“
Start aus der Boxengasse?
Nach dem Qualifying-Debakel muss Hadjar den Grand Prix von ganz hinten in Angriff nehmen. Besonders bitter: Auf dem engen Stadtkurs von Singapur sind Überholmanöver traditionell schwierig.
Möglicherweise wird der Red-Bull-Pilot aber gar nicht aus der Startaufstellung losfahren. Wie Hadjar bestätigte, erwägt sein Team den Einbau einer komplett neuen Antriebseinheit. Das würde einen Start aus der Boxengasse nach sich ziehen. „Wir brauchen neue Teile, und morgen bietet sich natürlich eine Gelegenheit dafür, weil an diesem Wochenende einfach alles auseinanderfällt“, erklärte der 22-Jährige.
Für den Rennsonntag hofft Hadjar deshalb vor allem auf eines: „Wir brauchen einen kompletten Neustart.“