Politik

Handlanger dürfen im ORF bleiben: Wie lange noch?

Handlanger dürfen im ORF bleiben: Wie lange noch?

Der ORF-Stiftungsrat als Fall für die Justiz – das musste ja so kommen, wenn etwas so zum Himmel stinkt wie die Verquickung privater Geschäfte der Spitzen des ORF-Aufsichts- und Entscheidungsgremiums mit ihrer Rolle bei der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt. Dort haben die beiden Vertreter der einstmals großen Regierungsparteien, Heinz Lederer für die SPÖ und Gregor Schütze für die ÖVP, für ihre Geschäftskunden lobbyiert – so jedenfalls der Verdacht.

Ob sie dabei den Straftatbestand der Untreue erfüllt haben, das hat nach einer Anzeige nun die Justiz zu klären. Kommt es zu einer Anklage gegen die beiden, die sich als Medienberater mit ORF-Einfluss mutmaßlich ein goldenes Näschen verdienen, dann schadet das den hinter ihnen stehenden Politikern massiv.

ÖVP-Kanzler Stocker und SPÖ-Vize Andreas Babler haben sich in der Diskussion um die ungustiösen Doppelfunktionen der von ihnen auserwählten Herren Lederer und Schütze „nobel“ zurückgehalten. Eine unabhängige Prüfung ihrer Unvereinbarkeiten wäre die mindeste Reaktion gewesen. Doch auch das blieb aus. Man lässt brave Vasallen doch nicht fallen! Und die Vasallen lieferten auch: Wie wohl im Hinterstübchen ausgepackelt, wurde der politische Wunschkandidat zum neuen ORF-Chef.

Während mittlerweile ÖVP-Generalsekretär und -Mediensprecher Marchetti, der sich rund um die ORF-Bestellung besonders ungeschickt geäußert hatte, fallen gelassen wurde, dürfen Lederer und Schütze bleiben. Wie lange noch?

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