Die ersten Pflichtübungen der jungen Saison hat die Austria erledigt, die nächsten Aufgaben werden sich jedoch schwieriger gestalten. Die Hürde Liepaja nahmen die „Veilchen“ in der Conference-League-Qualifikation souverän. Beim 3:1 im Rückspiel am Donnerstag gab es nach Anlaufschwierigkeiten noch Spielraum nach oben. Im Bundesliga-Auftakt in Wolfsberg am Sonntag und vier Tage später im Drittrunden-Hinspiel bei Beitar Jerusalem wird sich die Austria weiter steigern müssen.
Der Plan von Stephan Helm ist bisher aber aufgegangen. Nach dem 2:0 in Lettland wurden im Heimspiel Stammkräfte geschont. Zwar kassierte eine laut Reinhold Ranftl „zusammengewürfelte“ Mannschaft nach nicht einmal vier Minuten das 0:1, nach dem Platzverweis des ehemaligen Austrianers Marvin Martins (8.) nur wenige Minuten später kamen die Hausherren aber nicht mehr in Bedrängnis. Allzu viel Aussagekraft für die Meisterschaft wird der Auftritt gegen die limitierten Letten aber nicht haben.
Kein „Schönheitspreis“ für Austria
„Wichtig war, dass wir eine Runde weiter sind. Schönheitspreis haben wir nicht gewonnen. Wir müssen die Dinge besser machen in Zukunft“, wusste Torschütze Ranftl. Helm meinte: „Der Plan ist jetzt einmal aufgegangen. Aber wir haben Erkenntnisse, wo wir in den weiteren Spielen aufpassen müssen.“ Gegen den WAC darf die stärkste Austria-Formation erwartet werden. „Es ist ein Spiel, wo wir alles, was zur Verfügung steht, auf dem Platz lassen müssen“, betonte Austrias Chefcoach.
Ob Aleksandar Dragovic nach seiner Kopfverletzung am Wochenende zur Verfügung steht, ist fraglich. Mit dem rekonvaleszenten Philipp Wiesinger fehlt ein weiterer Routinier in der Abwehr. Genutzt hat die dort dünne Personaldecke ein Neuzugang, der eigentlich für die Young Violets in der 2. Liga eingeplant war. Jonas Feddersen stand in den beiden Spielen gegen Liepaja am Spielfeld, spielte schnörkellos und traf im Rückspiel nach einem sehenswerten Dribbling zum wichtigen Ausgleich.
„Jonas hat das mehr als ordentlich gemacht. Er ist verlässlich, hat einen guten linken Fuß, ist groß und traut sich etwas zu“, sagte Helm über den 1,94-m-Mann, der von Borussia Dortmunds zweiter Mannschaft nach Wien kam. Feddersen war nach seinem Einstand in Favoriten zufrieden. „Dass der so reingeht im ersten Heimspiel ist vielleicht auch ein bisschen Schicksal. Besser hätte es nicht laufen können“, erklärte der Innenverteidiger. Sicher hätte er aufgrund der Personallage auch Glück gehabt. „Jetzt habe ich, glaube ich, einen guten Eindruck hinterlassen.“
Gegen Beitar in Ploiesti
International geht es für die Austria in der dritten Quali-Runde am kommenden Donnerstag (19.30 Uhr MESZ – im sportkrone.at-Liveticker) gegen Beitar Jerusalem weiter. Der Zweite der abgelaufenen israelischen Meisterschaft kam im Elferschießen gegen AEK Larnaka weiter. Die Europacup-Heimspiele trägt Beitar aufgrund der Sicherheitslage in Israel im rumänischen Ploiesti aus. In Österreich bekanntester Akteur ist Stürmer Shon Weissman, der in der vergangenen Saison für Blau-Weiß Linz spielte.
Helm sieht sein Team mit Beitar „ziemlich auf Augenhöhe. Es wird eine ordentliche Challenge sein.“ Ranftl erinnerte sich nur ungern an das jüngste Duell der Austria mit einem Gegner aus Israel. Gegen Hapoel Beer Sheva setzte es in der Conference League 2022 nach einem 0:0 in Wien auswärts ein 0:4. Beitar sei „aktuell eine Spur über uns zu stellen“, meinte Ranftl. Viel wichtiger sei aber ohnehin der Start in die Liga. „Wenn du da die ganze Zeit nachrennst, ist es nicht lustig. Das haben wir in der Vergangenheit gesehen. Wir wollen mit einem Sieg starten.“ Der Europacup sei ein Bonus. „Das haben wir auch innerhalb der Mannschaft so kommuniziert.“