Indonesier mit falschen Jobs zur Front gelockt?
Je länger der Ukraine-Krieg andauert, desto stärker weitet die russische Regierung ihre Rekrutierungsversuche im Ausland aus. Eine internationale Untersuchung der Menschenrechtsorganisation FIDH spricht von 27.000 Menschen aus mehr als 130 Ländern seit dem Ausbruch im Jahr 2022. Nun sind auch Fälle aus Indonesien bekannt geworden.
Ein Job im Ausland, ein üppiges Gehalt und eine hohe Prämie zum Einstieg: Mit solchen Versprechen sollen Anwerber Indonesier dazu gebracht haben, sich den russischen Streitkräften im Krieg gegen die Ukraine anzuschließen. Die indonesische Polizei ermittelt wegen Menschenhandels und hat in fünf Verfahren insgesamt 13 Verdächtige benannt. Unter ihnen sind zwei russische und ein ukrainischer Staatsbürger sowie zehn Indonesier, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.
Die Anwerber sollen ihre Angebote über soziale Medien verbreitet und zunächst verschiedene zivile Tätigkeiten im Ausland in Aussicht gestellt haben. Wer sich über Online-Formulare bewarb, sei anschließend von den Vermittlern kontaktiert und abgeholt worden.
Erst dann hätten die Interessenten erfahren, worum es tatsächlich ging: Sie sollten für Russland kämpfen und als Söldner in den Krieg ziehen. Wer daraufhin einen Rückzieher machen und nach Hause zurückkehren wollte, musste laut Polizei damit rechnen, die Kosten für den Rücktransport in den Heimatort selbst bezahlen zu müssen.
Indonesier möglicherweise an der Front gestorben
Erst am Wochenende hatte eine Sprecherin des Außenministeriums betont, die Behörden überprüften derzeit in sozialen Medien verbreitete Berichte über den Tod eines indonesischen Staatsbürgers, der sich angeblich dem russischen Militär angeschlossen hatte und in die Ukraine entsandt worden sein soll. „Die indonesische Botschaft in Moskau untersucht und überprüft die Informationen, darunter die Identität und den Status der betreffenden Person“, zitierten Medien die Sprecherin.
Ähnliche Berichte gibt es laut einer Mitteilung von Amnesty International vom September aus Brasilien, Kolumbien, Somalia, Südafrika und Sri Lanka. Die Menschenrechtsorganisation dokumentierte Fälle, in denen Menschen etwa als Fahrer, Köche oder Sicherheitskräfte angeworben worden sein sollen, dann aber im russischen Militär landeten. In Kenia wurde im Februar ein mutmaßlicher Rekrutierer verhaftet, dem vorgeworfen wird, 25 Landsleute unter falschen Versprechungen nach Russland gelockt zu haben.