Kriegschroniken

Kiew: Russland nutzte Feuerpause für Truppenaufbau

Kiew: Russland nutzte Feuerpause für Truppenaufbau

Die ukrainische Armee wirft Russland vor, die Feuerpause in Oleschky genutzt zu haben, um die Besatzertruppen dort zu verstärken. Das sollen Drohnenaufnahmen beweisen.

Von Dienstag bis Sonntag galt in und um der russisch besetzten Stadt Oleschky in der Region Cherson im Süden der Ukraine ein lokal begrenzte humanitäre Feuerpause. Die ukrainische Armeeführung wirft jetzt Russland vor, diese sechs Tage für den Truppenaufbau genutzt zu haben. Moskau habe Einheiten rotieren lassen, Stellungen ausgebaut und Munition geliefert, erklärte der Generalstab in Kiew. Die ukrainischen Streitkräfte hätten sich dagegen strikt an die Vereinbarungen gehalten.

Gepanzerte Fahrzeuge auf den Straßen
Als Belege werden Drohnenaufnahmen herangezogen, die der britische Sender Sky News veröffentlichte. Auf den Straßen Oleschkys seien dabei „deutlich gepanzerte Fahrzeuge zu sehen“, berichtete der Sender. Zudem fingen die Kameras der Drohnen ein, wie einige russische Soldaten große Rucksäcke in Häuser tragen und andere sich durch die Stadt bewegen, bevor sie in beschädigten oder ausgebrannten Gebäuden verschwinden.

Die Drohnenaufnahmen der 34. Marinebrigade der Ukraine kursieren im Netz:

Schwere Ausrüstung positioniert
Russland habe dabei bereits vor den vereinbarten Evakuierungen damit begonnen, schwere militärische Ausrüstung und Nachschub zu positionieren, so Sky News. Kurz dem Auslaufen der Waffenruhe am Sonntag um Mitternacht hatte das ukrainische Militär 167 Menschen aus bedrohten Gebieten in der Region Cherson in Sicherheit gebracht. Unter den Evakuierten seien 22 Kinder und 21 Menschen mit eingeschränkter Mobilität, teilte der ukrainische Generalstab mit.

Anders als die Armeeführung erklärte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez auf Telegram, beide Seiten hätten ihre Verpflichtungen während der lokalen Waffenruhe eingehalten. Er und seine russische Amtskollegin Jana Lantratowa prüften nun Möglichkeiten, ähnliche humanitäre Bemühungen fortzusetzen.

Kreml: Keine Pläne für weitere Pausen
Man bewerte den Ablauf des Einsatzes in Oleschky sowie die Koordination zwischen den Menschenrechtsbeauftragten beider Länder positiv, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow dazu. Aktuell gebe es aber keine Pläne für weitere humanitäre Pausen. Nach dem Ende der Feuerpause gab es zunächst keine Anzeichen für eine sofortige Wiederaufnahme der Kampfhandlungen um Oleschky. 

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