US-Präsident Donald Trump und der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu sind sich wieder uneins über das weitere Vorgehen im Iran-Krieg. In einem Telefonat hat Netanyahu Trump dazu gedrängt, den Iran unmittelbar nach den US-Kongresswahlen am Dienstag erneut anzugreifen.
Das berichtete etwa das Nachrichtenportal „Axios“ am Sonntag unter Berufung auf Regierungsbeamte beider Staaten. Trump bevorzuge demnach hingegen eine Fortsetzung der Diplomatie. Der israelische Beamte bezeichnete das Gespräch als „hart“, der US-Vertreter als „direkt“. Am Samstag hatte Trump gesagt, die diplomatischen Bemühungen um eine Verhandlungslösung liefen „gut“. Gleichzeitig gebe es aber noch ein bis zwei mögliche Angriffsziele, um die sich das US-Militär kümmern müsste, darunter einen mutmaßlichen Atomkomplex südlich von Teheran.
Der iranische Außenminister Abbas Araqchi hatte unterdessen den Eingang eines Schreibens von US-Vizepräsident JD Vance bestätigt, in dem es laut Berichten um einen „möglichen Verhandlungsrahmen“ geht. Die iranische Führung teilte mit, Gespräche über einen Fahrplan zur Beendigung des Kriegs zu führen. Man gebe „der Diplomatie weiterhin eine Chance“ und sei „in engem und andauerndem Kontakt mit den Vermittlern“.
„Hinweis auf den guten Willen“
Falls die Vereinigten Staaten den iranischen Bedingungen zustimmten, könne die Straße von Hormuz innerhalb von zwei Tagen geöffnet werden, sagte Irans Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei am Montag. Es wäre möglich, die Sicherheit wiederherzustellen und den Verhandlungsprozess wiederaufzunehmen. Ursprünglich hatte die Führung des Landes einen Sieben-Tage-Plan zur Öffnung der strategisch wichtigen Meerenge am Persischen Golf vorgeschlagen. Die Reduktion auf zwei Tage sei „ein weiterer Hinweis auf den guten Willen des Iran“, sagte Baghaei.
Zu den Forderungen an die USA gehören ein Ende der Kämpfe, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und die Aufhebung der Sanktionen gegen den Ölsektor sowie der Seeblockade. Nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran Ende Februar hat die Islamische Republik die Durchfahrt durch die Meerenge vor ihrer Küste eingeschränkt. Zudem werden regelmäßig Schiffe angegriffen. Das Weiße Haus verhängte im Gegenzug die Seeblockade iranischer Häfen.