Iran droht mit dem Aus für alle Ölexporte
Die iranische Führung erhöht nun bei den laufenden Verhandlungen mit den USA den Druck auf die Gegenseite. Nachdem ein erster Vorschlag der Mullahs zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz von US-Präsident Donald Trump abgelehnt wurde und die Wiederaufnahme von Angriffen ankündigte, droht Teheran mit dem Aus für alle Ölexporte aus dem Nahen Osten.
Kein Land in der Region werde in diesem Fall in der Lage sein, Öl zu exportieren, sagte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf am Dienstag nach Angaben staatlicher Medien. Zudem sei keine regionale Infrastruktur sicher, wenn der Iran nicht sicher sei. Qalibaf nahm Bezug auf eine Rede von US-Präsident Trump bei der UNO-Generalversammlung vergangener Woche. Darin hatte Trump erneut mit schweren Angriffen gedroht.
Iranischer Ölhandel nahezu zum Erliegen gekommen
Das US-Militär setzt seit Mitte Juli eine Seeblockade für Schiffe durch, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen. Dadurch ist der iranische Ölhandel nahezu zum Erliegen gekommen. Die Aufhebung dieser Blockade gilt als eine zentrale Forderung Teherans in Verhandlungen mit den USA.
Stimmen die USA doch noch Irans Vorschlag zu?
Dem Iran und verbündeten Milizen werden wiederum Angriffe der vergangenen Monate zugeschrieben, die Energieinfrastruktur wie Pipelines und Raffinerien der arabischen Nachbarstaaten zum Ziel hatten. Die iranische Regierung erwartet nach eigenen Angaben, dass ihrem Vorschlag zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz doch noch zugestimmt wird. Katarische Vermittler wollten „die Angelegenheit noch einmal mit der amerikanischen Seite erörtern, woraufhin uns die endgültige US-Antwort übermittelt wird“, erklärte der iranische Außenminister Abbas Araqchi am Montag. „Die Katarer hoffen, dass dies bis morgen geschehen wird“, fügte er hinzu.