Jetzt sorgen Rechtsextreme für zusätzliches Chaos
In Frankreich nimmt die Gewaltspirale kein Ende! Die ganze Nation zittert vor der Halloween-Nacht, zusätzlich veranstalten Rechtsextreme wahre Hetzjagden. 70.000 Polizisten sollen nun für Sicherheit sorgen …
Was in Frankreich passiert, darf getrost als Straßenschlacht bezeichnet werden. Was als friedlicher Schülerprotest begann, wurde von extremen Gruppierungen in eine Gewaltorgie verwandelt. Plünderer sorgen für Chaos, Linksextremisten heizen die Stimmung weiter auf und Rechtsextremisten stellen sich über den Staat und blasen zur Jagd auf Andersdenkende.
Für das Wochenende gibt es von mehreren Seiten neue Aufrufe, Frankreichs Behörden wappnen sich für neue Unruhen. Rund 70.000 Polizisten sollen eingesetzt werden, sagte Innenminister Laurent Nuñez am Donnerstag. Es bestehe ein „sehr hohes Risiko von Störungen der öffentlichen Ordnung“.
Es sei davon auszugehen, dass der Halloween-Abend „komplizierter“ werde. „Ganz ehrlich gesagt wird sich die Lage in den kommenden Tagen nicht wirklich von dem unterscheiden, was wir bisher gesehen haben“, erklärte der Innenminister die aktuell angespannte Lage.
Rechtsextreme marschieren auf
Nuñez sprach zudem von einem neuen Phänomen, bei dem rechtsextreme Gruppen gezielt linksextreme Aktivisten angriffen: „In einigen Städten wie Nizza und Montpellier rückten diese Gruppen in organisierten Formationen an, hauptsächlich um die ultralinke Bewegung ins Visier zu nehmen.“
Den Vorwurf, die Polizei habe die Rechten geschützt, wies der Innenminister zurück: „Ich möchte diesen Gerüchten ein für alle Mal ein Ende setzen, selbstverständlich hat die Polizei sie nicht geschützt“, sagte Nuñez: „Zu keinem Zeitpunkt haben sie mit Polizisten und Gendarmen zusammengearbeitet.“
Es habe zuletzt Aufrufe rechtsextremer, identitärer und nationalistischer Gruppen gegeben, zum angeblichen Schutz von Läden vor Plünderungen in die Innenstädte zu kommen, sagte der Minister. „Und die Polizisten konnten tatsächlich Zusammenstöße feststellen, denen sie ein Ende setzten.“
Frankreichs Linkspartei hatte zuvor den Vorwurf erhoben, in Nizza seien sämtliche Demonstrationen verboten gewesen, „mit Ausnahme der Faschisten, die mit Messern und Eisenstangen bewaffnet durch die Stadt streifen konnten, um Passanten anzugreifen“.
Elf Rechtsextreme in Nizza festgenommen
Wie die Staatsanwaltschaft in Nizza mitteilte, seien elf Rechtsextreme wegen Gewalttaten festgenommen worden. Nach Recherchen der Zeitung „Libération“ waren rechte Gruppen in Nizza, Montpellier, Lille, Nantes, Rennes, Dijon, Bordeaux, Bayonne, Tours, Rouen, Toulouse, Caen, Clermont-Ferrand, Lyon, Bordeaux und Brest aufmarschiert.
Videoaufnahmen aus dem ostfranzösischen Nancy zeigten, wie Rechtsextreme zunächst linke Demonstranten angegriffen, sich dann hinter eine Kette von Bereitschaftspolizisten zurückgezogen und sich anschließend bei einem Vorstoß der Beamten den Polizisten angeschlossen hätten, um Demonstranten anzugreifen.
Bereits vergangene Woche hatte ein Mann nahe Paris mit einer Maschinenpistole einen Menschen getötet und sieben weitere verletzt. Die meisten Opfer hatten einen Migrationshintergrund. Der mutmaßliche Täter räumte rassistische Motive ein.