Ist es Lara Colturi oder Alice Robinson? Lange waren sich die Ski-Fans uneinig, wer in Zukunft die zweite Frau neben US-Ass Paula Moltzan bei Marcel Hirschers Rennstall ist. Seit Mittwoch ist klar: keine von beiden! Denn nach „Ski-Kiwi“ Robinson wechselt auch die 19-jährige Colturi zu einer Vorarlberger Traditionsskischmiede.
„Lara Colturi ist für ihr Alter eine außergewöhnlich starke Athletin. Angesichts ihres Hintergrunds – ihre Mutter und Trainerin ist die Olympiasiegerin Daniela Ceccarelli, zudem verfügt sie über ein mehr oder weniger eigenständiges Team – ist das für uns eine sehr spannende Geschichte“, kommentiert HEAD-Rennsportleiter Rainer Salzgeber den „Transfer“ der 19-Jährigen von ihrem bisherigen Ausrüster Blizzard zur Vorarlbeger Traditions-Skischmiede. „Ich gehe davon aus, dass sie in den kommenden Jahren zu den prägenden Athletinnen im Weltcup gehören wird.“
Am Weg zur Allrounderin
„Ihre Spezialdisziplinen sind Slalom und Riesenslalom. Sie wird aber auch den Super-G in ihr Programm aufnehmen, wo es sinnvoll ist. Speed-Disziplinen erfordern natürlich eine gewisse Aufbauphase. Ich sehe in Lara Colturi jedoch eine der wenigen Allrounderinnen, die in mehreren Disziplinen sehr stark sein können“, sagt der Riesentorlauf-Vizeweltmeister von 1993 in Morioka (Jap). Es freut mich zudem, dass ihr Servicemann Andrea Vianello diesen Schritt gemeinsam mit ihr geht. Wir kennen ihn schon länger, da er bereits einige unserer Athleten betreut hat. Das ist sicherlich eine sehr gute Lösung für Lara Colturi.“
Erster Weltcupsieg soll auf HEAD kommen
„Ich freue mich sehr über den Beginn der Zusammenarbeit mit HEAD. Ich habe mich sowohl im Team als auch mit dem Material sofort sehr wohlgefühlt“, verrät Colturi, die trotz ihres jungen Alters bereits 77 Weltcuprennen bestritten hat und im Riesentorlauf (2) und Slalom (5) insgesamt siebenmal aufs Podest fahren konnte. Auf ihren ersten Sieg wartet die begeisterte Eiskunstläuferin bislang aber nocht.
Kein Van Deer-Engagement
Dabei hatte es im Vorfeld einiges an Verwirrung gegeben. Grund dafür: Ein Posting von Marcel Hirschers Skifirma Van Deer, auf der eine blonde Frau am Salzburger Flughafen mit einem Koffer vor einem Mustang-Kampfflugzeug zu sehen war. „Auf zum nächsten Abenteuer, immer stilvoll.“ Follower interpretierten den Post als Ankündigung einer Verpflichtung einer weitere Ski-Dame neben der US-Amerikanerin Paula Moltzan. Wobei sich die Hirscher Fans nicht einig wurden, ob es sich bei der Frau auf dem Bild um Alice Robinson oder Lara Colturi handelt.
„Rebellen“ breit aufgestellt
Die „Krone“ berichtete bereits damals darüber, dass sowohl die Neuseeländerin als auch Colturi bei HEAD unterschrieben hätten – etwas, was sich am Ende sowohl im Falle von Robinson als auch jetzt bei Colturi bestätigte. Dazu kommen noch die Verpflichtungen von Norwegens Edeltechniker Henrik Kristoffersen und dem Südtiroler Speed-Routinier Christof Innerhofer. Mit Kalibern wie dem dreifachen Olympiasieger Franjo von Allmen (Sz), dem deutschen Jungstar Emma Aicher oder ÖSV-Athletinnen wie Vincent Kriechmayr, Conny Hütter oder Lukas Feurstein haben die Vorarlberger hatten die Kennelbacher „Worldcup Rebells“ schon bisher das wohl stärkste Team – das jetzt noch breiter aufgestellt ist.