Die styriarte präsentierte die Österreichische Erstaufführung von „Xochiyaoyotl“ in der Grazer Helmut-List-Halle. Maximiliano Soto Mayorgas Kammeroper ist ein gelungenes Experiment.
Mittelamerika im 15. Jahrhundert: Junge Krieger der Azteken ziehen regelmäßig aus, um zur Besänftigung der Götter Menschenopfer zu finden. Der euphemistische Name dieser blutrünstigen Beschäftigung? „Blumenkriege“, oder in der indigenen Sprache Nahuatl „ Xochiyaoyotl“.
Wettbewerbssieger
Auf Basis dieser historischen Vorlage entwickelte Komponist Maximiliano Soto Mayorga mit seinem Team bestehend aus David Camargo und Amauta García ein Konzept für ein Werk, das die Ausschreibung der Styriarte gemeinsam mit der Münchener Biennale für eine zeitgenössische Opernproduktion gewinnen konnte.
Multimediales Experiment
Wobei der Begriff „Oper“ hier im weitesten Sinne gesehen werden darf. Eine klassische Handlung suchte man vergebens, mit den Mitteln der bildenden Kunst, Performance und viel Licht und Video schuf man vielmehr Stimmungen mit Immersionspotential. Daran beteiligt die hervorragende Klang- und Lichtregie, die das Dickicht von Mayorgas perkussiver Musik ordnete und vermittelte.
Zwischen martialischem Gestus und poetischen Bildern und Texten entführten so vier Musiker und drei stimmlich wenig geforderte Performer in knappen hautfarbenen Anzügen und ebenfalls knappen vierzig Minuten in eine Welt vor unserer Zeit. Ob jetzt Oper oder nicht, ein gelungenes Experiment war die Produktion allemal.
Roland Schwarz