Kein Glück mit Puccini im trostlosen Beton-Silo
Tatjana Gürbacas Puccini-Inszenierung „Il Trittico“ erweist sich bei der Wiederaufnahme an der Wiener Staatsoper als klanglich solider Hauruck-Klamauk.
„Glücklich sein schwer“ prangt in Riesenlettern über Tatjana Gürbacas Puccini-Inszenierung „Il Trittico“. Was auch auf diese Produktion zutrifft. Die Verismo-Einakter „Il Tabarro“ (Der Mantel), „Suor Angelica“ & „Gianni Schicchi“ wirken unbefriedigender als bei der Premiere 2023. Henrik Ahrs trostlose Beton-Silo-Bühne ist ein Atmosphärenkiller.
Lorenzo Viotti, dem feinsinnigen Stimmungskünstler am Pult des Puccini-geeichten Staatsopernorchesters, fällt es in „Tabarro“ und „Suor Angelica“ nicht leicht, alles ins Lot zu bringen. In Turbulenzen gerät er aber mit „Gianni Schicchi“: Von der Commedia dell‘arte inspiriert, lässt Gürbaca das Erbschleichergerangel in billigen Hauruck-Klamauk umkippen. Viotti fängt das Tohuwabohu mit Energie, forschen Tempi und Lautstärke ab.
Die Besetzung: hinreißend Nicole Cars Giorgetta, Angelica & Lauretta, Violetta Urmana als brutale Fürstin und geldgierige Zita und Kan Wang als Rinuccio. Solide Arturo Chacón-Cruz’ Luigi. Ambrogio Maestri kämpft sich als Mörder Michele stimmlich durch, imponiert als brillanter Komiker Schicchi.