Kickl ist schon stärker als ganze Dreier-Koalition
Nach der Krise in der SPÖ steht die Koalition am Abgrund. Eine neue „Krone“-Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel orten bereits dadurch entstandene Schäden, den Landeshauptleuten drohen „Denkzettel-Wahlen“ – und nur mehr 51 Prozent sind gegen vorgezogene Neuwahlen.
Die Koalitionäre machten nicht einmal einen Hehl daraus: Österreichs erste Dreier-Regierung wurde gebildet, um Wahlsieger Herbert Kickl (FPÖ) als Bundeskanzler zu verhindern. Das türkis-rot-pinke Bollwerk gegen Blau hat aber längst zu bröckeln begonnen.
Eine von der „Krone“ in Auftrag gegebene und dem Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) durchgeführte Umfrage zeigt jetzt, dass Kickl bei einer fiktiven Nationalratswahl mehr Wähler erreichen würde als die drei Koalitionäre zusammen (siehe Grafik unten).
„Drei Regierungsparteien haben weniger Prozent als die FPÖ allein – mehr muss man über den Zustand dieser Koalition nicht wissen“, erklärt IFDD-Chef Christoph Haselmayer.
Zwei Drittel orten politischen Schaden
In den Umfragedaten zeigt sich, dass die jüngste SPÖ-Sinnkrise rund um Andreas Bablers Abgang auf Raten allen Regierungsparteien Stimmen kosten würde. 65 Prozent, also fast zwei Drittel der Befragten, orten einen politischen Schaden, der sich in den Zahlen abbildet:
Ohnehin stellt sich nach dem SPÖ-Chaos die Frage, wann die nächsten Nationalratswahlen stattfinden. Wie berichtet, liebäugeln Teile in der ÖVP bereits mit einem Wahltermin Ende Jänner.
Landeschefs drohen jetzt „Denkzettel-Wahlen“
Entscheiden dürften darüber die mächtigen ÖVP-Landeschefs in Tirol, Nieder- und Oberösterreich. Und die sollten sich das gut überlegen. 61 Prozent gaben an, dass die Arbeit der Bundesregierung ihr Wahlverhalten bei den nächsten Landtagswahlen beeinflussen werde. 72 Prozent rechnen gar damit, dass die Landeschefs für die Bundespolitik abgestraft werden.
Nur mehr hauchdünne Mehrheit gegen Neuwahlen
ÖVP-Chef Christian Stocker meinte im „Krone“-Interview lediglich, dass er Neuwahlen „aktuell“ nicht sehe. Auch die Österreicher haben ein nicht gerade deutliches Meinungsbild. Nur 51 Prozent – die kleinstmögliche Mehrheit – der Befragten, spricht sich dagegen aus. 44 Prozent sind dafür, fünf unentschlossen. Am beliebtesten wären Neuwahlen bei den Wählern von Blau und Grün …