Krim: Russische Behörden rufen Ausnahmezustand aus
Attacken auf russische Nachschubwege, Infrastruktur und Militärfahrzeuge: In ihrem Verteidigungskrieg tut die Ukraine gerade alles, um die Krim von Russland zu isolieren. Jetzt haben die russischen Behörden deswegen den Ausnahmezustand auf der besetzten Halbinsel ausgerufen.
Mit ihre Angriffen hat die Ukraine nicht nur Moskaus Truppen in Bedrängnis gebracht, sondern auch die Menschen auf der Schwarzmeer-Halbinsel – und das mitten in der Urlaubssaison, in der normalerweise russische Touristen die Straßen und Stände füllen.
Stromabschaltungen, kein Benzin
Die Auswirkungen zeigten sich etwa an den Stromabschaltungen, die der von Moskau eingesetzte Gouverneur, Sergej Aksjonow am Donnerstag aufgrund der beschädigten Energieinfrastruktur ankündigte. Außerdem wurde der Verkauf von Kraftstoffen an Privatpersonen und für Fahrzeuge von Unternehmen eingestellt. Jetzt sahen sich die russischen Behörden dazu gezwungen, den Ausnahmezustand auszurufen. Die Maßnahme solle bei der „Bewältigung wirtschaftlicher Probleme helfen“, erklärte Aksjonow am Freitag.
„Russland zum Frieden zwingen“
Die Ukraine verfolgt mit ihren Angriffen eine kalkulierte Strategie: Man wolle Bedingungen schaffen, „die Russland dazu zwingen, sich für den Frieden zu entscheiden“, so der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.