Politik

Kritik an Musikschulplan: „Musik wird purer Luxus“

Kritik an Musikschulplan: „Musik wird purer Luxus“

Das Musikschulwesen in Niederösterreich ist im Umbruch. Die Landesregierung berichtet von mehr als 40 Millionen Euro, die investiert werden. Trotzdem werden die Musikstunden teurer. Dafür setzt es Kritik von den Grünen.

Aus ehemals 125 Musikschulen im Land wurden im vergangenen Jahr 74. Der Spardruck machte die Reform unausweichlich: 40 Prozent der Kosten tragen nämlich die Gemeinden, die vielerorts ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen müssen.

Klavierlehrerin Martina Glatz, die bereits seit mehr als 30 Jahren unterrichtet, sieht die Zusammenlegungen deshalb nicht nur kritisch. „Das Problem ist, dass jetzt noch ein großes Verwaltungschaos herrscht und in der Praxis trotzdem gespart werden muss“, erzählt sie.

Bisher hat sie auf der Franz-Schubert-Regionalmusikschule im Bezirk Mödling unterrichtet. Diese wurde mit sieben anderen zur großen Thermenland-Musikschule fusioniert. „Haben Eltern je nach Ort für den Unterricht bisher unterschiedlich viel gezahlt, gilt nach der Fusion nun oft der höhere Tarif“, sagt Glatz. 25 Minuten Unterricht pro Woche kosten nun fast 300 Euro für ein halbes Jahr.

900 Euro pro Semester
Auch im Weinviertel schockte die plötzlich erhöhte Rechnung Eltern, erzählt Landtagsabgeordneter Georg Ecker von den Grünen. Zehn Unterrichtseinheiten schlagen sich dieses Semester mit 905 Euro zu Buche – „zuvor nur Hälfte“, zeigt der Politiker der „Krone“ eine Kostenaufstellung für die Jahre 2026/27.

Sorgen bereiten auch die Unterrichtszeiten. Früher seien 50-minütige Einheiten üblich gewesen, wirft Martina Glatz ein, heute dauere eine Klavierstunde nur noch 25 Minuten. „Für persönliche Betreuung und musikalische Entwicklung bleibt da weniger Zeit“, stellt sie fest.

Mit 43,5 Millionen finanzierte das Land 2026 das Musikwesen – so viel wie noch nie, beteuert man. „Früher wurden Musikschulen stärker danach gefördert, wie gut qualifiziert ihre Lehrer waren“, sagt Ecker. Hinterfragt wird von manchen Lehrenden auch die gerechte Verteilung des Geldes. „Schade ist, dass Musik immer mehr zum Luxus wird“, kritisieren die Grünen.

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