Kritik an Schröder: „Eine Schande für Deutschland“
Deutschlands Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin zum Geburtstag besucht. Die politischen Reaktionen aus unserem Nachbarland sind über die Parteigrenzen hinweg sehr kritisch.
„Scham ist kaum noch ein Ausdruck“, schrieb CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann auf X.
Und sie fügte hinzu: „Während Schröder mit Putin feierte, sterben Kinder in der Ukraine durch russische Angriffe.“
„Verrat an Europa“
Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt und die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann bezeichneten Schröders Besuch in Moskau als „Schande“. Das sei auch „ein Verrat an Europa“ und ein „Bärendienst für Frieden“, schrieb Göring-Eckardt.
„Deutschlands frechsten Rentner“
Strack-Zimmermann bezeichnete Schröder als „Deutschlands frechsten Rentner“. Der Altkanzler sei „zu krank“ für Untersuchungsausschüsse, aber für „gut dotierte Mandate in Russland und Geburtstagsparty“ bei Putin reiche es dann doch.
„Wunderheilung à la Rasputin“
Auf Schröders Gesundheitszustand spielte auch EU-Parlamentarier Dennis Radtke an, der Chef des CDU-Sozialflügels. Er schrieb auf X: „Zu krank für den Untersuchungsausschuss, aber fit genug für Moskau, Putin und eine frische Ladung Rubel. Burnout, aber neuer Job. Wunderheilung à la Rasputin bei Gerhard Schröder.“
Nur SPD verteidigt Schröders Besuch
Der SPD-Außenpolitiker und Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner verteidigte den Besuch hingegen. Schröder habe als Privatmann dort gewesen, sagte er dem „Tagesspiegel“. Und fügte hinzu: „Wir sollten in Deutschland keine Teufelsaustreibung betreiben, wenn ein Altkanzler nach Moskau reist.“ Dafür sei die Lage zu ernst.
Putin feierte seinen 74. Geburtstag
Putin hatte den 82-jährigen Schröder an seinem Geburtstag bei sich zu Hause empfangen. Wie dass russische Präsidialamt mitteilte, erfuhr Putin aus den Medien, dass sich Schröder „geschäftlich in Moskau aufhielt“ und lud „seinen alten Freund ein“. Putin feierte seinen 74. Geburtstag.
Neuer Job für Schröder in Russland
Der deutsche Altkanzler sitzt seit Anfang September im Aufsichtsrat der russischen Handelskette Hyperglobus, der russischen Tochter der deutschen Handelsgruppe Globus. Schröder war nach seiner Ernennung nach Moskau gereist und hat dort Termine für das Unternehmen wahrgenommen. Das Ziel der Firma: Schröder soll seine internationalen Kontakte und seine politische Erfahrung einbringen.
Selenskyj: 78 Tote innerhalb von 2 Tagen
Während der Altkanzler Putins Geburtstag feierte, ließ Putin weiter Bomben auf Kinder in der Ukraine werfen. Nach Angaben von Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj starben in den vergangenen beiden Tagen 78 Menschen infolge der russischen Angriffe. 215 weitere Menschen wurden verletzt.