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Landeschefs bringen Flugabgabe ins Trudeln

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Der Hilferuf aus Schwechat zeigt Wirkung: Nachdem Flughafen-Vorstand Günther Ofner die Abschaffung der Ticketsteuer gefordert hat, zeigen sich nun die zwei mächtigsten Landeschefs im Osten offen genau dafür. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) stellen die Flugabgabe infrage.

Es war ein Alarmsignal, das Günther Ofner vergangene Woche in der „ZiB 2“ aussandte: Dem Flughafen Wien laufen die Passagiere davon. Von Jänner bis August schrumpfte das Aufkommen in Schwechat um vier Prozent auf 20,57 Millionen Reisende, im August allein um 6,9 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet der Flughafen mit rund zwei Millionen Fluggästen weniger. Den Hauptschuldigen für die wirtschaftlichen Turbulenzen hat Ofner ausgemacht: die Ticketabgabe von 12 Euro pro Flug, bei Kurzstrecken bis 350 Kilometer sogar 30 Euro.

Im nur 55 Kilometer entfernten Bratislava seien die Kosten um ein Drittel niedriger – und die Billigflieger ziehen die Konsequenzen. Wizz Air hat Wien bereits den Rücken gekehrt, Ryanair Maschinen über die Grenze verlegt. Die Slowakei ist eines von 19 EU-Ländern, die gar keine vergleichbare Abgabe einheben. Einen Lenkungseffekt fürs Klima habe die Steuer nicht, argumentiert Ofner. Wie berichtet nur ebene eine „Verdrängung“ nach Bratislava.

„Es ist legitim, die Flugabgabe zu überdenken“
Und darüber grübelt man auch im Wiener Rathaus. „Wien lebt von seiner internationalen Erreichbarkeit“, sagt Ludwig. Gute Flugverbindungen sicherten Arbeitsplätze, Tourismus und Wirtschaft. Wandere Verkehr in Nachbarregionen ab, verliere man Wertschöpfung, Beschäftigung „und am Ende auch Einnahmen“. Der Bürgermeister betont zwar, dass staatliche Einnahmen wichtig seien. Aber: Verfehle eine Abgabe ihr Ziel und schade mehr als sie nütze, „dann ist es legitim und vernünftig, sie zu überdenken“. Die Flugabgabe gehöre einer „ehrlichen Evaluierung“ unterzogen – mit dem Ziel, den Standort im europäischen Wettbewerb zu stärken.

Noch deutlicher wird Johanna Mikl-Leitner im Interview mit der „NÖ-Krone“. Sie lobt zwar Spritpreisbremse und Industriestrom der Regierung, „aber wir müssen noch mehr ins Tun kommen“. Mit Blick auf Schwechat sei es wichtig, „die Flugabgabe generell zu streichen. Denn diese Abgabe schwächt den Wirtschaftsstandort und vernichtet Arbeitsplätze.“ Der Umwelt helfe sie nichts, „denn die Passagiere fliegen dann von Bratislava ab und nicht in Schwechat“. Die Landeshauptfrau ist überzeugt, dass die entgangenen Einnahmen durch ein Plus im Tourismus wettgemacht würden.

Für die Regierung kommt der Gegenwind aus den eigenen Reihen zur Unzeit. Das Infrastrukturministerium von Peter Hanke (SPÖ) hatte der Luftfahrt zuletzt 30 Millionen Euro pro Jahr an Krisenhilfe aus dem Doppelbudget 2027/28 zugesagt – laut Flughafen zu wenig, um den Passagierschwund abzufangen. Eine Streichung der Ticketsteuer würde dagegen ein Loch ins ohnehin angespannte Budget reißen.