Laut Bericht: Kanada kauft zwölf deutsche U-Boote
Kanadas marode U-Boot-Flotte – lediglich eine der vier U-Boote der Victoria-Klasse ist derzeit seetüchtig – soll nun schlagkräftiger werden. Medienberichten wird ein vom deutschen ThyssenKrupp Marine Systems geführtes Konsortium den Zuschlag erhalten, zwölf neue U-Boote zu bauen. Ein Auftragsvolumen von 61 Milliarden Euro wird kolportiert.
Es ist von einem der größten Rüstungsgeschäfte in der Geschichte Kanadas die Rede. Wie die Tageszeitung „Globe and Mail“ berichtet, soll Premierminister Mark Carney noch vor seiner Abreise zum dieswöchigen NATO-Gipfel in Ankara die Entscheidung für das deutsche Konsortium verkünden. bild.de schreibt von „reinen Beschaffungskosten“ in der Höhe von 13 bis 20 Milliarden Euro. Wartung, Betrieb und Modernisierung über mehrere Jahrzehnte kämen aber noch hinzu.
Massives Lobbying mit norwegischer Hilfe
Die deutsche Bundesregierung hatte in den vergangenen Monaten massiv Lobbying für ThyssenKrupp Marine Systems betrieben und dabei auch die norwegische Regierung im Schlepptau gehabt. Denn die beiden Länder kooperieren schon seit Längerem beim Bau von Super-U-Booten.
Kanada will erstmals dauerhafte Abschreckungsfähigkeit haben
Mit den neuen U-Booten soll die kanadische Marine erstmals eine dauerhafte Abschreckungsfähigkeit in der Arktis erhalten, wo Russland und China immer aktiver werden. Gleichzeitig sollen mit dem Mega-Deal auch die Rüstungsausgaben des nordamerikanischen Staates erhöht und das von den USA geforderte Ziel erreicht werden, bis 2035 fünf Prozent des BIP in Verteidigung zu investieren.
Staats- und Regierungschefs der NATO-Länder treffen sich am 7. und 8. Juli in Ankara, um über die Lage in der Welt und die Zukunft des Militärbündnisses zu sprechen. Dabei geht es auch um weitere Milliardenhilfen für Kiew. Ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Gegenüber Wolodymyr Selenskyj steht auf dem Plan.