Litauen will Wehrpflicht wieder einführen
Litauens Regierung wird den Militärdienst für junge Männer ausweiten und eine allgemeine Wehrpflicht einführen. Darauf einigte sich der nationale Sicherheitsrat des baltischen Landes in Vilnius. „Wir haben beschlossen, dass die allgemeine Wehrpflicht ab 2032 eingeführt wird“, sagte Staatspräsident Gitanas Nauseda.
Litauens Regierung hatte die Wehrpflicht 2008 abgeschafft und sie 2015 zum Teil wieder eingeführt. Argumentiert wurde der Schritt damit, dass sich die Bedrohungslage nach der Annexion der Krim durch Russland verschärft habe. Mit dem Krieg gegen die Ukraine haben die Sorgen in Litauen, das an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie an Russlands Verbündeten Belarus grenzt, weiter zugenommen. Damit die allgemeine Wehrpflicht ab 2023 wieder eingeführt werden kann, muss das Parlament noch zustimmen.
Laut Nauseda werden derzeit jährlich mehr als 5000 junge Männer zu einer neunmonatigen Grundausbildung eingezogen. Diese Zahl soll durch die Wehrpflicht auf etwa 7500 steigen. Junge Frauen sollen wie bisher weiter freiwillig die militärische Ausbildung absolvieren können. Die Kosten für die Umstellung könnten sich auf bis zu 100 bis 120 Millionen Euro belaufen.
Dass die Wehrpflicht erst 2032 eingeführt werden soll, begründete das litauische Staatsoberhaupt mit den notwendigen Vorbereitungen. So müssten etwa angemessene Unterkünfte für eine größere Anzahl von Wehrpflichtigen geschaffen und Ausbildnerinnen sowie Ausbildner trainiert werden.