Der FC Liverpool muss sich heftige Kritik gefallen lassen. Die „Reds“ verloren in der Champions League gegen Fenerbahçe mit 2:3, woraufhin die englische Presse nicht zimperlich mit den Stars umgeht.
„Vogelwilde Abwehr“ – so fasst der „The Telegraph“ die größte Baustelle des Abends zusammen. Die Zeitung schreibt von eklatanten „defensiven Schwächen“ und wirft der Hintermannschaft vor, den Sieg leichtfertig „weggeworfen“ zu haben. Im Mittelpunkt der Kritik steht Goalie Alisson Becker, der beim entscheidenden Kopfballtor von Vedat Muriqi zögerte. Die Misere bezeichnet die Zeitung als „kollektiven Tiefschlaf“.
Der „Guardian“ schreibt: „Es herrschte schiere Anarchie in Liverpools Strafraum. Beim Siegtor flankte Archie Brown den Ball fast in Zeitlupe in den Sechzehner – und Muriqi durfte völlig unbedrängt über drei Verteidiger hinweg einköpfen. Liverpool ist in der Türkei defensiv komplett auseinandergefallen.“
Auch Linksverteidiger Kostas Tsimikas bekam von den Experten einen „rabenschwarzen Abend“ attestiert. Nach dem zweiten Ausgleich wurde er ausgewechselt.
McCoist kritisiert Schiedsrichter
TV-Experte Ally McCoist meinte auf „TNT Sports“, Liverpool habe sogar noch Glück gehabt. Ein klares Foul von Tsimikas an Mason Greenwood im Strafraum sei weder vom Schiedsrichter noch vom VAR geahndet worden. McCoist: „Sie sind mit einem blauen Auge davongekommen.“
Der schwerste Vorwurf trifft Trainer Iraola. „ESPN“ titelt provokant: „Liverpools 500-Millionen-Dollar-Sturmreihe versagt“ – und stellt grundlegende Fragen an die sportliche Führung. Das Experiment, ohne echten Stoßstürmer zu beginnen und Bradley Barcola in eine ungewohnte Rolle zu drängen, sei gescheitert.
Weiter schreibt „ESPN“: „Selbst Liverpools millionenschwere Bank konnte eine Mannschaft nicht retten, die in Istanbul völlig den Faden verlor. Diese chaotische Leistung wurde von Fenerbahçe eiskalt bestraft.“
Warum saß Gakpo auf der Bank?
Die Einwechslungen von Alexander Isak, Cody Gakpo und DFB-Star Florian Wirtz – er kam in der 66. Minute – brachten Liverpool kurzzeitig Schwung. Isak erzielte das 2:2, Gakpo bereitete den Treffer vor. Doch der „Telegraph“ hakt nach: Warum saß ein so starker Offensivakteur wie Gakpo überhaupt auf der Bank und warum galt er intern zeitweise als Verkaufskandidat?