Mattle: Pensionsantritt erst nach 45 Arbeitsjahren
Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) setzt sich für eine Pensionsreform ein. Seine Forderung löste am Montag eine erneute Debatte aus. Kritik an Mattles Vorschlag kommt insbesondere vonseiten der SPÖ, die sowohl in Tirol als auch im Bund Koalitionspartner der Volkspartei ist.
Mattle tritt dafür ein, dass man frühestens mit 65 in den Ruhestand wechseln können soll. Dafür sollen mindestens 45 Jahre an Arbeitszeit nachgewiesen werden. Wer diese nicht hat, müsste länger als bis 65 arbeiten, so der Tiroler Landeshauptmann am Montag im Ö1-„Mittagsjournal“. Für Eltern würde Mattle Betreuungsjahre als Arbeitszeit einrechnen.
Einen ähnlichen Vorstoß hatte zuletzt Seniorenbund-Obfrau Ingrid Korosec (ÖVP) lanciert. Sie zeigte sich gegenüber einer Erhöhung des Pensionsalters offen. Das Antrittsalter dürfe aber nicht vom biologischen Alter abhängen, sondern von den Berufsjahren – ob das 40, 42 oder 45 Jahre sind, darauf müsse man sich einigen, meinte sie zuletzt. Der SPÖ-Pensionistenverband lehnte diesen Vorschlag freilich ab.
SPÖ: Kein „Hackln bis 70“
Dem schloss sich am Nachmittag auch die Bundespartei an. Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim meinte in einer Aussendung: „Hackln bis 70 wird es mit der SPÖ nicht geben.“ Der Vorschlag, den Pensionsantritt an die Arbeitszeit zu koppeln, würde Akademikerinnen und Akademiker deutlich benachteiligen und die Arbeitslosigkeit unter älteren Menschen stark ansteigen lassen.
NEOS: „Kein politisches Tabu“
Völlig anders sehen das die NEOS, die sich über die neue Bewegung in der Debatte über das Pensionsantrittsalter freuen. Angesichts der demografischen Entwicklung dürfe diese Frage kein politisches Tabu sein, befand Sozialsprecher Johannes Gasser. Bereits jetzt fließe mehr als jeder vierte Euro aus dem Budget in die Pensionen, bis zum Ende der Legislaturperiode werde es fast jeder dritte sein.