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Mattles ÖVP schafft reine „Tirol-Mitgliedschaft“

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Die Tiroler ÖVP ist immer mehr um Distanz zur Bundes-ÖVP bemüht. Wie am Samstag mitgeteilt wurde, soll es zukünftig eine reine „Tirol-Mitgliedschaft“ geben. Beim nächsten Parteitag sollen dafür die Statuten geändert werden.

Ein Jahr vor der Landtagswahl ist die Tiroler ÖVP offenbar weiter um möglichst große Distanz zur Bundespolitik bzw. Bundes-ÖVP bemüht. Auf ihrem Programmparteitag am 7. November, bei dem erstmals ein eigenes Grundsatzprogramm zur Beschlussfassung ansteht, sollen die Delegierten auch eine sogenannte „Tirol-Mitgliedschaft“ verabschieden.

Künftig werde es möglich sein, ausschließlich Mitglied der Tiroler ÖVP zu werden, ohne automatisch auch der Bundes-ÖVP anzugehören.

Änderung des Statuts angestrebt
Dazu braucht es eine Änderung des Statuts, die sich die schwarzen Granden am Parteitag im Innsbrucker Congress absegnen lassen wollen. „Mehr Selbstständigkeit und mehr Tirol“ sei auch hier das Motto, hieß es in einer Aussendung am Samstag, in der Landesparteiobmann Landeshauptmann Anton Mattle zum wiederholten Male wissen ließ, dass Tirol „anders“ sei und es in zentralen Bereichen hier quasi besser laufe als auf Bundesebene.

Die Tiroler ÖVP – seit geraumer Zeit nennt man sich nur mehr „Tiroler Volkspartei“ – sei die „Tirol-Partei“, trommelte der Landeschef zudem und meinte: „Wir grenzen uns konstruktiv und inhaltlich von anderen Bundesländern und der Bundespolitik ab. Diesen Weg werden wir weitergehen“.

„Zukunft selbst in die Hand nehmen“
„Wir spüren, dass ganz viele Menschen mit der Bundespolitik unzufrieden sind und sich von der Politik insgesamt abwenden. Mein Schluss daraus: Wir müssen unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen. Als Tiroler Volkspartei gehen wir unseren eigenständigen Weg, das werden wir auch am Grundsatzparteitag im November in einem neuen Statut beschließen“, argumentierte Mattle für die „Tirol-Mitgliedschaft“.

Mit dieser richte sich die Tiroler ÖVP auch an „Tirolerinnen und Tiroler, die mit der Bundespolitik im Gesamten hadern, den Landeshauptmann aber unterstützen wollen“, verlautete es aus der Landespartei.

Neu ist die intensive „Tirol“- bzw. Eigenständigkeitsbetonung in der Tiroler ÖVP übrigens nicht. In der Amtszeit von Altlandeshauptmann und Ex-Landesparteiobmann Wendelin Weingartner in den 1990er-Jahren war die Partei zwischenzeitlich gar de facto in „Wir Tiroler„ „umgetauft“ worden, um die Landes-Schwarzen zu öffnen und gleichzeitig die Tirol-Identität zu stärken.