Melania Trump bringt Kriegsparteien zusammen
US-First-Lady Melania Trump gefällt sich offenbar nach ihrer Vermittlung einer humanitären Waffenruhe in der russisch besetzten Frontstadt Oleschky, in deren Rahmen Hunderte Zivilisten in Sicherheit gebracht werden konnten, als Vermittlerin im Ukraine-Krieg. Die Präsidentengattin hat nun ein Treffen mit Vertretern der Ukraine und Russlands im Weißen Haus angekündigt.
Sie persönlich werde am Donnerstag um 11.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MEZ) die Repräsentanten zusammenbringen, teilte das Weiße Haus mit. Es wurden keine Angaben gemacht, wer genau an der Begegnung teilnehmen soll. Ukrainische Medien meldeten unter Berufung auf eigene Quellen jedoch, dass aus Kiew der Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez und der Fraktionschef der Präsidentenpartei, David Arachamija, nach Washington reisen werden. Die russische Seite sollen demnach Lubinez Kollegin Jana Lantratowa und Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijew vertreten.
Ukraine und Russland bedankten sich bei Melania
Das Weiße Haus schrieb die Vermittlung der begrenzten Waffenruhe im Süden der Ukraine der Präsidentengattin zu und sowohl Russland als auch die Ukraine bedankten sich bei ihr. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verleiht ihr dafür auch einen Staatsorden. Sie erhält den Orden der Fürstin Olga erster Klasse, mit dem die Ukraine Frauen für herausragende Verdienste im karitativen oder gesellschaftlichen Bereich ehrt, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Dekret hervorgeht.
In einer gemeinsamen Rettungsaktion war in der vergangenen Woche die Ausreise zahlreicher Menschen aus der Trümmerstadt Oleschky ermöglicht worden – sie konnten dabei wählen, ob sie in die Ukraine oder nach Russland wollten. Auch humanitäre Hilfsgüter wurden in die Stadt gebracht. Allerdings gab es auch Vorwürfe aus Kiew, die russische Seite habe die Feuerpause für eine Rotation und Neuaufbau der Truppen in der Region genutzt. Die ukrainischen Streitkräfte hätten sich dagegen strikt an die Vereinbarungen gehalten, versicherte der ukrainische Generalstab.
Weitere humanitäre Aktionen angekündigt
Es wurden weitere humanitäre Aktionen angekündigt. Es gebe in Oleschky noch viele Menschen, die Hilfe bräuchten, erklärte die russische Menschenrechtsbeauftragte Lantratowa nach ihrer Rückkehr nach Moskau. Sie sollten monatlich Hilfslieferungen erhalten. Von den 25 Bussen mit insgesamt 750 Plätzen seien einige leer zurückgekehrt, weil Bewohner trotz der Lebensgefahr entschieden hätten, dort zu bleiben, um etwa Angehörige zu pflegen, sagte Lantratowa.
Konkrete Zahlen zu Geretteten nannte sie weiter nicht. „Wir haben nicht gezählt. Wir hatten keine Zeit, die Leute zu zählen“, sagte sie bei einer Pressekonferenz. Es seien zwar auch Bewohner ausgereist, die zunächst nicht auf den Listen gestanden hätten. Allerdings hätten sie und ihr ukrainischer Kollege Lubinez mit mehr Ausreisewilligen gerechnet. Die Geretteten würden von Ärzten und Psychologen betreut, erhielten Unterkunft, neue Dokumente, ein Bankkonto und weitere Hilfe, um ein neues Leben zu beginnen.