Milano: „Jeder trägt einen Diamanten in sich“
Kurz vor seinem Konzert im Wiener Gasometer am Donnerstagabend sprach Sänger und „Let’s Dance“-Star Milano mit der „Krone“ über seine Selbstzweifel, großen Träume und sein lang ersehntes Debütalbum. Dabei verriet der 28-Jährige, warum er sich selbst noch immer als Rohdiamanten sieht.
Mit seiner Stimme bringt er die Herzen zum Schmelzen, doch der 28-jährige Sänger Milano kann auch ordentlich das Tanzbein schwingen. Immerhin tanzte er sich heuer bei „Let’s Dance“ bis ins große Finale und belegte den zweiten Platz. Am Donnerstagabend brachte der Halbfranzose die Sonne aus dem Ruhrpott mit nach Wien und machte im Zuge seiner „Diamonds“-Tour im Gasometer Halt. „Wien ist vielleicht die schönste Stadt, die ich je gesehen habe“, schwärmte er im „Krone“-Gespräch backstage kurz vor seinem Auftritt.
Bereits vor eineinhalb Jahren hatten wir mit dem Musiker gesprochen. Seither hat sich in seinem Leben einiges getan. „Ich bin Tänzer geworden, war bei ,Let’s Dance‘ dabei und hab den zweiten Platz erreicht. Das war eine unglaubliche Erfahrung.“ Dass er eines Tages überhaupt im Fernsehen landen würde, hätte er selbst niemals gedacht.
Vom Zweifler zum Tänzer
Die Tanzshow brachte ihm nicht nur neue Fähigkeiten bei, sondern veränderte auch seinen Blick auf sich selbst. „Ich habe mich als Künstler, als Sänger, aber auch als Mensch weiterentwickelt.“ Vor allem eine Erkenntnis hat er aus dieser Zeit mitgenommen: „Bei ,Let’s Dance‘ habe ich gelernt, dass wirklich alles möglich ist, wenn man es will und mit Leidenschaft und Fokus an etwas herangeht.“ Anfangs zweifelte er an sich. „Ich habe nicht an mich geglaubt. Aber am Ende hat es geklappt.“
Mitgefiebert hat bei „Let’s Dance“ natürlich seine Familie. Besonders emotional wurde es für ihn, als er seine Mutter im Publikum entdeckte. „Als ich gesehen habe, wie ihre Augen glänzten, war das für mich das schönste Gefühl. Da hatte ich für mich schon gewonnen“, erinnerte er sich. Dabei waren sich seine Eltern anfangs gar nicht sicher, ob ihr Sohn die Herausforderung meistern würde. Umso größer war am Ende der Stolz.
Die Erfahrungen aus der Unterhaltungsshow nimmt Milano mittlerweile auch zu seinen Konzerten mit. „Ich komme mit einer ganz anderen Einstellung auf die Bühne. Ich performe anders als früher.“ So durften sich seine Fans im Gasometer neben gefühlvollen Songs auf die eine oder andere Tanzeinlage freuen. „Es hat leider nichts mit Tango oder Walzer zu tun, sondern geht mehr in Richtung Hip-Hop und Breakdance“, verriet er lachend.
Ein Rohdiamant mit großen Träumen
Dass Milano trotz seines Erfolgs noch lange nicht am Ziel ist, zeigt sich auch in der Botschaft hinter seiner aktuellen „Diamonds“-Tour. „Ich glaube, dass jeder Mensch einen Diamanten in sich trägt. Natürlich ist das am Anfang immer ein Rohdiamant, an dem man jeden Tag arbeitet“, erklärte er. Und wie weit ist der 28-Jährige selbst schon geschliffen? „Noch nicht zu 100 Prozent“, sagt er lachend. „Man träumt immer weiter und immer größer. Es gibt keine Limits.“
Ein weiterer Traum soll schon bald in Erfüllung gehen: Anfang nächsten Jahres möchte der Künstler endlich sein lang ersehntes Debütalbum veröffentlichen. „Mein Album ist, würde ich sagen, zu 90 Prozent fertig“, verriet er. Eigentlich hätte es schon vor einem Jahr erscheinen sollen: „Die Songs waren alle so stark, dass ich mich nicht entscheiden konnte. Ich wollte am liebsten zu jedem Song ein Video drehen und ihn als Single veröffentlichen. Nächstes Jahr sollte es hoffentlich kommen.“
„Je t´aime“
Musikalisch war Milano heuer jedenfalls alles andere als untätig. Nach „Deine Liebe“ folgten unter anderem die Singles „Mein Favourite“ und „Ich gebe dir mein Wort“. Für „Je t’aime“ machte er Anfang des Jahres sogar mit Deutschlands Popstar Sarah Connor gemeinsame Sache. Was viele nicht wissen: Die beiden verbindet längst eine enge Freundschaft. „Schon bevor wir zusammengearbeitet haben, waren Sarah und ich sehr, sehr gut befreundet.“
Die Idee zum Duett entstand bei einem gemeinsamen Essen in Berlin. Als er ihr den Song vorspielte, war Connor sofort begeistert und wollte bei diesem Projekt unbedingt dabei sein.
Ein tanzendes Wiedersehen
Nach seiner Tour wartet auf Milano bereits das nächste Highlight. Lange müssen seine österreichischen Fans nämlich nicht auf ein Wiedersehen warten. Schon am 7. und 8. Dezember kehrt er mit der „Let’s Dance“-Live-Tour in die Wiener Stadthalle (Tickets: www.oeticket.com) zurück. Diesmal wird allerdings nicht seine Stimme, sondern sein tänzerisches Können im Mittelpunkt stehen.
Gemeinsam mit seiner Tanzpartnerin Marta Arndt, mit der er ins Finale kam, wird er erneut über das Parkett wirbeln. „Da werden wir den Tango tanzen und auch Contemporary“, verriet er voller Vorfreude. Für den Sänger ist es also eine weitere Gelegenheit, zu zeigen, wie viel er in den vergangenen Monaten dazugelernt hat.
Zwei Wiener Schnitzel
An großen Plänen mangelt es ihm jedenfalls nicht. „Ich bin noch lange nicht dort, wo ich gerne sein möchte“, gestand er. Sein größter Wunsch? „Vielleicht auf der ganzen Welt auf Tour gehen. An diesem Traum hat sich seit dem letzten Interview auch noch nichts geändert.“ Bis dahin genießt er aber erst einmal die kleinen Freuden des Lebens. Nach seinem Konzert wollte Milano nämlich seinen freien Freitag noch für ein wenig Sightseeing in Wien nutzen.
Und eines durfte dabei natürlich nicht fehlen: „Ich werde auf jeden Fall ein oder zwei Wiener Schnitzel essen“, lachte er. Denn bei aller Liebe zur großen weiten Welt hat es ihm die österreichische Hauptstadt offenbar besonders angetan.