Kultur

Mit Fuchur auf unendlicher Reise nach Phantasien

Mit Fuchur auf unendlicher Reise nach Phantasien

„Die unendliche Geschichte“ lockt im Landestheater Niederösterreich zur bildgewaltigen Reise. Regisseurin Julia Hölscher und Schauspieler Felix Thewanger im „Krone“-Talk.

Es ist eine Reise in die Unendlichkeit. Genauer gesagt nach Phantasien, wo Erwachsene wieder zu Kindern werden. Und kleine Retter zu großen Helden. Auf diese Reise begibt sich das Landestheater Niederösterreich ab heute mit einem echten Klassiker. Als neueste Premiere wartet „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende (in einer Fassung von John von Düffel) darauf, von Jung und Alt entdeckt zu werden.

Doch wie bringt man einen Filmklassiker aus Kindheitstagen auf die große Bühne? Indem man sich an die Buchvorlage hält. „Der Film ist nicht der Grund, warum man die Inszenierung macht. Sondern der fantastische Roman. Da sind so viel mehr Bilder drinnen“, schwärmt Regisseurin Julia Hölscher vom Lieblingsbuch aus ihrer eigenen Kindheit. „Der Film hat wunderbare Momente, die Musik ist toll. Aber Fuchur sieht bei uns anders aus“, erklärt Hölscher (Emma Bahlmann ist als Glücksdrache zu sehen).

Abtauchen in fremde Welten
Die Rolle des Bastian Balthasar Bux wird von Felix Thewanger verkörpert. „In diese Fantasiewelt einsteigen zu können, ist toll. Ich kann mich voll damit identifizieren, dieses Abtauchen, einfach alles um sich herum vergessen“, so der gebürtige Oberösterreicher.

Auch der philosophische Hintergrund wird sehr ernst genommen: die Dunkelheit, die es auch im echten Leben gibt. Auch das gehört heutzutage mehr denn je erzählt. „Obwohl Phantasien gruselig und dunkel ist, will man ein Teil davon sein. Kinder sehen die Dunkelheit oft an anderen Stellen als Erwachsene“, meint Hölscher.

„Fantastischer Roman als Vorlage“
Geht man anders an ein Stück für Kinder heran? Ja! Fantastischer sein zu können und verspielter, vor allem bei den Proben, ist für Julia Hölscher toll. Man wäge nicht so viel ab, entscheide oft freier. Vor allem die Arbeit an den Effekten ist viel intensiver. „Das braucht man auch greifbar für die Kids, die müssen das sehen und spüren.“ Für Felix Thewanger kommen die Reaktionen augenblicklicher: „Ich finde es genauso schön, auch weil man sich weniger hinter Verkünsteleien verstecken kann und viel schneller enttarnt wird.“

Wie wichtig sind Helden und Retter für die heutige Jugend? „Vorbilder zu haben, das braucht man“, so Thewanger. „Wenn jemand nicht so viele Waffen hat, um sich zu schützen, ist das Stück ein Plädoyer dafür, dass man sein eigener Held sein kann“, sagt Hölscher. Denn: Heute ist man ein Held, wenn man sich traut, man selbst zu sein.

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