Der international begehrte Filmstar absolviert am Samstag einen seiner raren Wiener Auftritte im Musikverein. Er liest gemeinsam mit Katharina Lorenz einen der berühmtesten Briefwechsel der Literaturgeschichte.
„Liebe Lou, seit einem Monat bin ich wieder allein, und dieses ist mein erster Versuch, zur Besinnung zu kommen“, so schreibt 1914 Rainer Maria Rilke an die Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé. Da waren die beiden schon seit 1901 kein Liebespaar mehr. Doch die Beziehung blieb innig bestehen.
Literatur und Musik
Felix Kammerer schlüpft heute für einen der selten gewordenen Live-Auftritte in seiner Heimatstadt in die Rolle des Dichters, der im Dezember 100 Jahre alt geworden wäre. Er rezitiert im Musikverein aus der Korrespondenz mit seiner Lebensfreundin, als die ihm Burg-Kollegin Katharina Lorenz zur Seite steht. Pianist Dominik Ilisz verbrämt die Begegnung musikalisch.
Rilke hat den nach seiner Hauptrolle im Oscar-Hit „Im Westen nichts Neues“ zum weltweit gefragten Filmschauspieler avancierten Kammerer immer schon fasziniert: „Vor allem in seiner Zerrissenheit zwischen weichen, romantischen Tönen, die aber die Härte und das Chaos des Lebens nicht negieren. Da steckt sehr viel Schmerz und sehr viel Verlorenheit drin, die aber immer auch das Gute und die Schönheit in allem sieht“, verrät er im Interview für das Magazin des Musikvereins.
Eine vergangene Welt
Die Institution kennt der Sohn der beiden Sänger Angelika Kirchschlager und Hans Peter Kammerer bestens: „Ich habe hier unglaublich viel Zeit verbracht – unzählige Stunden in den Garderoben, im Goldenen Saal, auf diesen Gängen, durch die ich schon als kleines Kind gelaufen bin. Heute fühlt sich das fast wie eine vergangene Welt an.“ Es gibt noch Karten.