Kultur

Natalie Halla: „Schweigen ist keine Lösung“

Natalie Halla: „Schweigen ist keine Lösung“

Die Linzerin Natalie Halla ist eine Filmemacherin, die ihren Blick auf Brennpunkte richtet; für ihren jüngsten Film begleitete sie die afghanische Diplomatin Manizha Bakhtari im Exil. Sie spricht auch aus, was das Taliban-Regime – international unkommentiert – errichtet: Einen „sozialen Kerker“ für Frauen. 

Natalie Halla drehte rund zehn Filme, die Themen in den Fokus rücken, die sonst gern vertuscht werden: Sie erzählen von Macht und Ohnmacht, von Apartheid und gesellschaftlichen Sollbruchstellen – präzise, dokumentarisch, unbestechlich.

Ihr jüngster Film „Die letzte Botschafterin/The Last Ambassador“ benennt klar, was sich seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan abspielt. „Hier gibt es Geschlechterapartheid“, sagt Halla.

Die Hälfte der Bevölkerung im „sozialen Kerker“
Menschen – Frauen – werden aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert. „Das religiös-politische System ist darauf ausgerichtet, Frauen auszugrenzen und zu verfolgen“, betont Halla, die über drei Jahre lang die afghanische Diplomatin Manizha Bakhtari mit der Kamera begleitete.

Leben in einer paradoxen Lage
Sie ist die einzige (weibliche) Botschafterin Afghanistans, eingesetzt noch von der alten Regierung ist sie zwar international anerkannt – aber nicht von den Taliban. Bakhtari lebt im Exil in Wien und führt einen unbeirrbaren, mutigen Kampf für die Rechte der Frauen und Mädchen in ihrer Heimat.

Der Film „Die letzte Botschafterin“ von Nathalie Halla wird regelmäßig im In- und Ausland gezeigt und ist mittlerweile auch als DVD sowie im Stream verfügbar.

Die internationale Staatengemeinschaft schaut zu
„Der Film bewegt etwas“, sagt Halla, die aktuelle Entwicklungen mit Sorge betrachtet: „Die Situation der Frauen in Afghanistan ist schlimmer geworden. Mich erschüttert das Schweigen und tatenlose Zuschauen der internationalen Staatengemeinschaft. Dass man auch noch Geschäfte mit den Taliban macht – ist für mich Verrat an allen Frauen.“

Halla arbeitet bereits am nächsten Film, der 2027 erscheinen soll. Er wird wieder unbequem: „Mein nächstes Thema kreist um die Aushöhlung der Menschenrechte durch mächtige Staaten.“

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