Kultur

Neue mumok-Chefin macht Museum zur Theaterbühne

Neue mumok-Chefin macht Museum zur Theaterbühne

Fatima Hellberg eröffnet diese Woche ihre ersten beiden Ausstellungen als  neue Generaldirektorin im Museum Moderner Kunst (mumok). Vor der Eröffnung am Samstag ist sie zu Gast im „Krone“-Podcast Kultur Kompass und spricht über das Ausstellungsmachen als eigene Kunstform und die Öffnung des Museums.

Hier können Sie den Podcast Kultur Kompass direkt hören!

Noch ist Umbau angesagt im Museum Moderner Kunst – von einer Ausstellung zur nächsten, aber auch zu einer neuen Direktion. Seit Oktober 2025 ist Fatima Hellberg als neue mumok-Chefin im Amt, jetzt zeigt sie die ersten beiden von ihr kuratierten Ausstellungen im grauen Basalt-Quader im Museumsquartier. Kurz vor der Eröffnung am 20. Juni  war Hellberg zu Gast im „Krone“-Podcast-Studio, um im Kultur Kompass über das Ausstellungsmachen als eigene Kunstform und die Öffnung des Museums zu sprechen.

Eine Ausstellung wie ein Theaterstück
Die zentrale neue Schau „Terminal Piece“ gliedert sich wie ein Theaterstück in mehrere Akte und beschäftigt sich mit unterschiedlichen Beziehungen zwischen Kunst und Betrachter. Werke aus der eigenen Sammlung werden dafür in Dialog mit neuen Arbeiten gesetzt.

Auch Bühnenbildnerin Anna Viebrock hat eine der fünf Ebenen gestaltet. „Man kann sich das wie eine begehbare Bühne vorstellen“, erklärt Hellberg. „Mit jeder Bewegung verändert sich die Perspektive, befindet man sich in einem anderen Raum – eine Kirche, ein Wohnzimmer, ein Keller, Fenster, Türen und Korridore schaffen neue Wahrnehmung.“

Museumsbesuch als ein Erlebnis für alle Sinne
Die Akteure auf dieser Bühne sind die Werke selbst: „Kunstwerke verändern sich ja. Sie leben meist im Depots – dann dürfen sie kurz auftreten. Und dabei sind sie je nach Kontext und Erzählung immer wieder anders.“

Die 1986 in Malmö geborene Direktorin sieht das Ausstellungsmachen auch als eine künstlerische Disziplin. Sind die Werke selbst nicht genug oder warum brauchen sie diese Inszenierung? „Kunst hat immer ein Setting gehabt – vom Künstleratelier über den Salon bis zur Kirche. Dort ging es immer um eine Art Inszenierung. Die Idee von einem White Cube ist auch nicht wirklich neutral.“

Ihrem Publikum will Hellberg den Museumsbesuch als Erlebnis für alle Sinne bieten, aber auch einen Ort schaffen, „wo man Komplexität auch aushalten muss.“ Das mumok will sie dafür weiter öffnen. Die Künstlerin Tolia Astakhishvili etwa hat während des Aufbaus von „Figure of a Child“ Besucher eingeladen, an ihrem Werk mitzuarbeiten. Eine Haltung, die Hellberg anspricht: „Wir brauchen mehr Leben, mehr Großzügigkeit und mehr Ernsthaftigkeit.“

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