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Neue Temu-Zollregel: Aus 3 werden schnell 30 Euro

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Wer regelmäßig bei Plattformen wie Temu, AliExpress oder Shein bestellt, könnte schon bald beim Bezahlen ein kleines Wunder erleben: Ab 1. Juli wird das scheinbar günstige Online-Shopping aus Drittstaaten nämlich spürbar teurer – und zwar nicht nur um einen fixen Betrag pro Paket, sondern abhängig von der Zusammensetzung der Bestellung gleich mehrfach.

Hintergrund ist das Ende der bisherigen Zollfreigrenze für Kleinsendungen bis 150 Euro. Künftig fällt bereits ab dem ersten Euro ein pauschaler Zoll an. Wie die Plattform futurezone.at nun aufzeigt, gilt dabei ein System, das viele Konsumentinnen und Konsumenten überraschen dürfte: Wer bei Versandhändlern wie Temu oder AliExpress bestellt, muss pro Paket mit mindestens 3 Euro mehr rechnen – doch genau dieser „Mindestbetrag“ ist nur die Untergrenze.

Mehrere Produktarten bedeuten mehrere Gebühren
Entscheidend ist nämlich nicht nur das Paket, sondern die sogenannte Warenkategorie. Werden unterschiedliche Produkte bestellt, kann sich die Abgabe schnell vervielfachen. Jede Kategorie wird separat mit 3 Euro belegt.

Ein Beispiel: Wer etwa Spielzeug, ein Ladekabel und Schuhe bestellt, zahlt dreimal 3 Euro – also 9 Euro zusätzlich. Werden hingegen mehrere gleiche Produkte bestellt, bleibt es bei 3 Euro. Damit wird klar: Der neue Zoll ist keine fixe Paketgebühr, sondern kann sich je nach Warenkorb deutlich summieren.

EU will Milliarden-Paketflut eindämmen
Die Maßnahme ist Teil einer größeren Reform, mit der die EU auf die stark wachsenden Importmengen aus Drittstaaten reagiert. Laut EU-Angaben gelangen jedes Jahr Milliarden Kleinsendungen in den Binnenmarkt, ein erheblicher Teil davon aus asiatischen Onlineplattformen.

Der österreichische Handelsverband bewertet die Reform grundsätzlich positiv und sieht darin einen Schritt zu faireren Wettbewerbsbedingungen für europäische Händler. Kritisiert werden hingegen nationale Alleingänge bei zusätzlichen Abgaben.

EU plant weitere Reform bis 2028
Der aktuelle Pauschalzoll gilt allerdings nur als Übergangslösung. Ab 2028 soll ein neues EU-Zollsystem greifen, das Abgaben stärker im Einzelfall berechnet und digitale Abwicklung über eine zentrale Datenplattform vorsieht. Zusätzlich ist eine eigene Bearbeitungsgebühr für Kleinsendungen in Diskussion, um den steigenden Kontrollaufwand zu finanzieren.

Was das für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet
Für Käuferinnen und Käufer in Österreich bedeutet die Änderung vor allem eines: Online-Bestellungen außerhalb der EU werden schwerer kalkulierbar.

Zusätzlich wird auf EU-Ebene diskutiert, künftig weitere Bearbeitungsgebühren einzuführen. Auch auf nationaler Ebene ist aber Herbst eine weitere Paketabgabe in Höhe von 2 Euro geplant – die Umsetzung ist jedoch noch nicht auf Schiene.