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Neue Zahlen: So gefährlich sind die Haftanstalten

Neue Zahlen: So gefährlich sind die Haftanstalten

Nach zwei Bluttaten hinter Gittern enthüllen jetzt neue Zahlen die ganze Gewaltbereitschaft in Gefängnissen. Die Details sind erschreckend ...

Gleich zweimal gab es im September Mordalarm hinter Gittern. Wie berichtet, soll Anfang des Monats in Klagenfurt ein damals erst 16-Jähriger seinen Zellengenossen (19) wegen „Schwierigkeiten“ mit einem Einwegrasierer die Kehle aufgeschlitzt haben.

Kurz darauf der nächste Tote hinter Gittern: Ein lebenslang einsitzender Doppelmörder (63) gestand, aus „Behördenfrust“ einen Mitinsassen im forensisch-therapeutischen Zentrum Garsten (OÖ) mit einem Brotmesser erstochen zu haben.

Jetzt enthüllt eine parlamentarische Anfrage der FPÖ an die Justizministerin die schockierenden Gewaltzahlen in den heimischen Haftanstalten. Demnach gab es im ersten Halbjahr 369 Anzeigen „aufgrund strafbarer Handlungen gegen Justizbeamte“. Das sind durchschnittlich zwei Strafverfahren pro Tag.

Vier Übergriffe unter den Häftlingen pro Tag
Die Deliktspalette geht von körperlichen Attacken bis hin zu gefährlichen Drohungen. Unter den verurteilten Verbrechern ist die Aggression noch höher: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren es durchschnittlich vier Übergriffe pro Tag (gesamt 757).

150 Prozent Auslastung im „Grauen Haus“
Auch die Zahl der Häftlinge erreichte im September mit 10.219 Insassen einen Höchststand. Österreichs größter Häfen, besser bekannt als das „Graue Haus“, ist mit knapp 150 Prozent (!) Auslastung total überbelegt. Nicht einmal die Hälfte der Strafgefangenen hat einen österreichischen Pass, der Rest sind EU-Bürger bzw. Ausländer.

Ausgedünnter Personalstand
Ein großes Sicherheitsproblem ist der ausgedünnte Personalstand bei der Justizwache. 170 Planstellen fehlen, im Vorjahr wurden fast 300.000 Überstunden geleistet. Der blaue Nationalratsabgeordnete Christian Lausch, selbst ausgebildeter Justizwachebeamter, übt deshalb scharfe Kritik: „Es herrschen Horror-Zustände im Strafvollzug. Aus meiner Sicht ist es bereits fünf nach zwölf. Die SPÖ-Justizministerin verschlimmert den Zustand mit ihrem Nichtstun.“ 

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