Olympiasiegerin schimpft über neue Ski-Regel!
Zwei Wochen vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden herrscht im Ski-Zirkus bereits Unruhe. Olympiasiegerin Breezy Johnson schimpft über eine neue FIS-Regel.
Das Gewicht der Ski steht im Mittelpunkt der Diskussionen ...
In der Abfahrt dürfen Männer-Ski inklusive Bindung und Platte maximal 10,6 Kilogramm wiegen, bei den Frauen sind es 10,4 Kilogramm. Im Riesentorlauf gelten 10,2 beziehungsweise 9,8 Kilogramm. Die FIS verspricht sich davon mehr Sicherheit. Während die Modelle von Stöckli, Head und Rossignol bereits im vergangenen Winter die neuen Limits erfüllten, müssen Atomic und Salomon einzelne Ski anpassen beziehungsweise vom Markt nehmen.
Johnson übt Kritik
Besonders kritisch sieht die Vorgabe Breezy Johnson. Die US-Abfahrts-Weltmeisterin und Olympiasiegerin wiegt mehr als 80 Kilogramm und argumentiert, dass sie schwereres Material brauche, um auf unruhigem Untergrund genügend Stabilität zu haben. Sie fährt mit Atomic.
Rossignol-Rennchef Stéphane Mougin gehört zu denjenigen, die Verständnis für die Einwände der US-Speed-Queen haben. „Ich bin nicht davon überzeugt, dass sich diese Reglementierung positiv auf die Sicherheit in unserem Sport auswirken wird. Es gibt derzeit keine Studien, die das belegen“, meinte der Franzose gegenüber „Blick“.
Entscheidend sei für ihn weniger das Gesamtgewicht als dessen Verteilung: „Wenn der größte Teil des Gewichts direkt unter den Füssen ist, kann das zur gewünschten Stabilität führen. Problematischer ist es, wenn die größte Last an der Skispitze und hinten ist.“
Atomic-Rennchef: „Es darf aber nicht sein, ...“
Auch Atomic-Rennchef Christian Höflehner ist skeptisch. „Die FIS möchte ja das Gewicht der Ski in Zukunft noch mehr senken“, erklärt er. „Es darf aber nicht sein, dass wir eine derart aufwendige und entsprechend teure Aktion durchführen und reglementieren, ohne stichhaltige Fakten zu haben, dass das Ganze der Sicherheit auch wirklich etwas bringt.“
Tests dazu sollen erst im kommenden Winter folgen. „Sobald uns positive Indizien von diesen Versuchen vorliegen, werden auch wir die Bereitschaft haben, das Ski-Gewicht weiter zu senken.“
Die Kritik erinnert auch an eine frühere Materialänderung der FIS: 2012 wurden die Radien der Riesentorlauf-Ski von 27 auf 35 Meter vergrößert, um Knieverletzungen zu reduzieren. Wenige Jahre später wurde die Regel wieder zurückgenommen, nachdem vermehrt Rückenprobleme bei Athleten aufgetreten waren.