Papst appelliert an Putin: Waffenruhe!
Papst Leos Genesung nach seiner Krebs-OP schreitet rasch voran. Der 71-jährige US-Amerikaner hat bereits eine Messe zelebriert und mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert. Der Pontifex brachte in dem Gespräch seine große Besorgnis angesichts der dramatischen humanitären Lage in der besetzten ukrainischen Stadt Oleschky zum Ausdruck und bat Putin um eine Waffenruhe.
Laut dem Kreml betonte Putin in dem Telefonat die Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Vatikan zum Schutz von Christen weltweit. Dabei hob er die Bedeutung gemeinsamer geistlicher und moralischer Werte hervor, wie der Kreml nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Nowosti mitteilte. Putin habe die Bedeutung der Zusammenarbeit bei der Förderung verbindender spiritueller und moralischer Werte sowie beim Schutz von Christen und christlichen Gotteshäusern in verschiedenen Regionen der Welt unterstrichen, hieß es in der Mitteilung.
Moskau kommentiert päpstliche Bitte nicht
Die Bitte des Papstes um eine Waffenruhe wurde in der Mitteilung nicht erwähnt. Vielmehr teilte Putin nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass er in der Ukraine eine „Sicherheitszone“ entlang der gemeinsamen Grenze schaffen wolle. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf das Eindringen ukrainischer Truppen in die westrussische Region Kursk. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zufolge soll die Zone 660 Kilometer lang sein. 70 Prozent davon seien bereits unter russischer Kontrolle.
Trotz positiver Befunde weiterhin Sorge um Papst
Trotz der positiven medizinischen Meldungen bleibt die Sorge um den Gesundheitszustand des Kirchenoberhaupts bestehen. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin äußerte sich am Freitag vor Journalisten vorsichtig: „Ich bin weiterhin besorgt.“ Ob Leo XIV. am Sonntag das traditionelle Angelus-Gebet sprechen kann, hängt nach Angaben Parolins vom Verlauf der Genesung ab. Sollte sich der Zustand des Papstes bis zum Wochenende weiter verbessern, könne er das Gebet möglicherweise vom Balkon des Gemelli-Krankenhauses aus sprechen.
Welche Auswirkungen die Erkrankung auf den weiteren Verlauf seines Pontifikats haben könnte, lässt sich nach Einschätzung Parolins derzeit nicht beurteilen. Der Papst sei erst seit wenigen Tagen im Krankenhaus, sagte der Kardinalstaatssekretär. Zunächst müsse abgewartet werden, wann Leo XIV. entlassen werde, in welchem Zustand er in den Vatikan zurückkehre und welche Empfehlungen die Ärzte aussprächen.