Pensionslücke: SPÖ nimmt Koalition in die Pflicht
Die Kluft ist tief. Männer erhalten ein weit höhere Pension als Frauen. SPÖ-Ministerin Korinna Schumann (re.) sieht den entscheidenden Hebel dagegen in der Lohnpolitik und macht jetzt Druck auf ÖVP und Neos.
Sozial- und Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) sieht in der fairen Entlohnung einen entscheidenden Hebel gegen die Pensionslücke. „Wer die Pensionslücke schließen will, muss auch bei einer fairen Entlohnung ansetzen“, betont sie anlässlich des Equal Pension Day.
Konkret pocht Schumann auf die rasche Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie. Die Sozialpartnerverhandlungen seien nach zweieinhalb Jahren und mehr als 30 Runden abgeschlossen, ein „vernünftiger und praxistauglicher“ Gesetzesentwurf liege vor. Die Umsetzungsfrist ist auch schon verstrichen. Von ÖVP und NEOS gebe es laut Schumann bisher keine inhaltliche Rückmeldung zum Entwurf.
„Für mich ist die Antwort klar“
„Jetzt geht es darum, sich auch politisch einig zu werden“, nimmt die Ministerin die beiden Regierungspartner in die Pflicht. Die Diskussion dürfe dabei nicht auf den Verwaltungsaufwand reduziert werden: „Die Frage lautet, ob wir akzeptieren, dass gleiche oder gleichwertige Arbeit unterschiedlich bezahlt wird. Für mich ist die Antwort klar.“
Faire Unternehmen hätten durch mehr Transparenz nichts zu verlieren, unterstreicht Schumann. Im Gegenteil: Nachvollziehbare Gehälter würden Vertrauen schaffen und dabei helfen, Fachkräfte zu gewinnen. Ihr Appell an die Koalition: „Der Equal Pension Day ist kein Tag für symbolische Debatten. Er ist ein Auftrag zum Handeln.“