Das Grazer Kollektiv Planetenparty Prinzip stellt im Artist’s windige Investoren in Albanien infrage und sensibilisiert für die Schönheit einer Landschaft, die nicht dem Profit geopfert werden darf.
Die Flamingo-Revolution hat es auch hierzulande zu einiger Berühmtheit gebracht. Sie bezeichnet den Aufstand der Albanerinnen und Albaner gegen die Ausnützung ihres Landes, gegen Investoren, die Naturschutzgebiete zerstören und nur den eigenen Profit im Blick haben. Bestes Beispiel: das geplante Resort von Ivanka Trump und Jared Kushner auf der Insel Sazan.
Österreichische Investoren im Fokus
Doch das Planetenparty Prinzip richtet seinen Blick auch auf österreichische Investoren namens Karlheinz, René oder Sebastian, die in den albanischen Bergen das große Geld wittern. Mit dem „Balkan Peak Resort“ in unberührter Natur, das jede Menge Trash und Hüttengaudi im Angebot hat, zeigt Regisseurin Miriam Schmid im Grazer Artist’s ein albtraumhaftes winterliches Billigferienziel. Unsichere Eigentumsverhältnisse sowie korrupte Politiker und Beamte werden da gekonnt von ausländischen Unternehmern ausgenutzt, um auf einfachste Weise, möglichst viel Geld zu scheffeln.
In der österreichischen Skilehrerin und Animateurin, der Alexandra Schmidt mit rasanten Kostümwechseln, Musik-Einlagen, ungeschickten Hilfsangeboten und Opferbereitschaft pralles Leben einhaucht, spiegelt sich nicht zuletzt unser Unwissen. Mit viel Sympathie erklärt Autorin Daniela Gjopalaj uns und ihr vom Bühnenrand aus die Lage.
Entstanden ist das Projekt im Rahmen eines Auslandsstipendiums von Miriam Schmid in Tirana. Dort hat sie Gjopalaj und Diana Malaj kennengelernt – und mit ihnen auch die Probleme, mit denen die albanische Bevölkerung zu kämpfen hat. Das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen kann sich nicht nur sehen lassen, es fügt der ohnehin reichen Ausdruckspalette des Planetenparty Prinzips noch eine neue Facette hinzu.