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Plötzlich Titelkandidat? Niederlande in WM-Form!

Plötzlich Titelkandidat? Niederlande in WM-Form!

Das niederländische Königspaar hatte schon auf der Tribüne allen Grund zur Freude. Nach dem Schlusspfiff beim überzeugenden 5:1 der Elftal gegen Schweden machten sich König Willem-Alexander und Königin Maxima auf den Weg in die Kabine und gratulierten. In dieser Form zählt Oranje wieder zu den Titelkandidaten dieser Fußball-WM – so schnell kann es gehen. Denn noch vor ein paar Tagen nach dem 2:2 zum Auftakt gegen Japan hatte das anders ausgesehen ...

Insbesondere Bondscoach Ronald Koeman wurden gleich unbequeme Fragen gestellt. Die Taktik und Wechselentscheidungen des Nationaltrainers waren allesamt nicht aufgegangen – gegen Schweden passierte genau das Gegenteil. „Vielleicht“ sei es diesmal besser gelaufen, sagte Koeman mit einem Lächeln im Interview des Senders NOS.

So traf der in die Startelf gerückte Brian Brobbey doppelt (5., 17. Minute), der für den Sunderland-Stürmer zunächst auf der Bank geparkte Crysencio Summerville nach dessen Einwechslung einmal (89.). Und gegen das klassische 4-3-3-System mit Brobbey, dem zweiten Doppeltorschützen Cody Gakpo (47., 54.) und Donyell Malen fanden die Schweden überhaupt kein Mittel.

Ein „perfektes“ Tor zum Start
„Alle Tore waren wunderschön und Resultat unserer Taktik“, sagte Außenverteidiger Denzel Dumfries. Den ersten Treffer von Brobbey, von niederländischen Medien „Biest“ genannt, bezeichnete Koeman gar als perfekt. Besser könne man es sich nicht wünschen, sagte der Bondscoach über den von Tormann Bart Verbruggen eingeleiteten Treffer. „Das erste Tor hatte alles“, sagte Koeman.

Das erste Tor machte es vor allem auch sehr früh viel einfacher, den schwachen WM-Start vergessen zu machen. Werden nur die Spiele über maximal 120 Minuten gezählt, also ohne Elfmeterschießen, war es das 14. WM-Spiel für die Niederländer ohne Niederlage in Serie. Werden dabei nur Gruppenspiele betrachtet, sogar das 18. – Rekord, wie der Datendienstleister Opta ausrechnete.

Das sei wichtig „für das Selbstvertrauen“ gewesen, sagte Dumfries. „Wir müssen so weitermachen und natürlich schauen, was wir verbessern können – aber erst einmal auch den Sieg genießen.“ In der Gruppe F folgt für Oranje noch das abschließende Spiel gegen Tunesien in der Nacht auf Freitag (1 Uhr MESZ), mit jetzt vier Punkten sollte der Einzug in die K.-o.-Runde nur Formsache sein.

Medien feiern „entfesseltes Team“
Und dann? Noch warten die Niederlande auf ihren ersten WM-Titel, vor dreieinhalb Jahren in Katar war im Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Argentinien Schluss. „Was für ein Abend“, titelte die Zeitung „AD“ unmittelbar nach dem Schweden-Spiel und schrieb von einem entfachten „WM-Fieber“. Die Boulevard-Zeitung „De Telegraaf“ sah ein „entfesseltes niederländisches Team“ – und die Mannschaft sieht selbst noch Luft nach oben.

„Wir haben viele unterschiedliche Qualitäten im Team“, sagte Doppeltorschütze Gakpo, der unter anderem den gegen Schweden nur eingewechselten Rekordtorschützen Memphis Depay nannte. „Er hat seine Qualität gezeigt“, sagte der Liverpool-Profi. Auf der Bank würden zudem Wout Weghorst und Justin Kluivert auf ihre Einsätze warten, auch wieder unterschiedliche Spielertypen. „Es ist gut, diese Vielfalt zu haben“, sagte Gakpo. „Das hilft dem Team.“

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