Mit spöttischen Bemerkungen über Regierungschefin Giorgia Meloni hat US-Präsident Donald Trump eine große diplomatische Krise mit Italien losgetreten. Dabei schienen sich die Wogen zwischen den beiden Staaten beim G7-Gipfel in Frankreich nach Verstimmungen über Papst-Kritik und Verbot der Nutzung von italienischen Militärbasen für den Iran-Krieg gerade zu glätten. Nun meldet sich auch Trumps Nichte zur Causa.
Die klinische Psychologin, die zu den größten Kritikern des mächtigen Mannes im Weißen Haus zählt, gab der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Sonntag ein Interview und erstellte ein wenig schmeichelhaftes Attest für „Onkel Donald“. Dieser sei ein „Frauenfeind“, der Frauen nicht respektiere. Er habe Probleme mit ihnen, „insbesondere starken Frauen“, erklärte Mary L. Trump.
„Er ist ein zutiefst unsicherer Mann“
Mit Blick auf die wiederholten Angriffe ihres Onkels auf Ministerpräsidentin Meloni beschrieb die Psychologin und Buchautorin den US-Präsidenten folgendermaßen: „Er ist ein zutiefst unsicherer Mann. Er verliert die Kontrolle über sich selbst, und es wird immer offensichtlicher, dass er nicht weiß, was er tut und Katastrophen verursacht, aus denen er keinen Ausweg findet. Das macht ihn noch verzweifelter. Das Einzige, was ihm dann einfällt, ist, anderen die Schuld zu geben“.
Trump zunehmend isoliert?
Sie erwartet, dass sich die Lage des US-Präsidenten künftig weiter verschlechtern werde. Ihrer Einschätzung nach sei Trump bewusst, dass der Krieg gegen den Iran sowohl für ihn persönlich als auch für die USA ein Desaster sei. Trump sei auch zunehmend isoliert, wie jüngst beim G7-Gipfel erkennbar gewesen sei. Dadurch gerate er immer mehr in die Defensive und greife Verbündete an. „Wie Meloni inzwischen selbst feststellen muss, richtet sich Donald am Ende immer gegen seine Verbündeten, weil sie für ihn nie loyal genug sein können“, ergänzte die Nichte des US-Präsidenten.
„Er wird uns mit in die Tiefe ziehen“
„Er leidet seit Jahrzehnten an nicht diagnostizierten und unbehandelten psychiatrischen Störungen, die mit der Zeit schlimmer werden könnten. Er befindet sich in einem schweren kognitiven Abbau“, lautete die Analyse der Psychologin. Abschließend betonte die Trump-Nichte, dass der US-Präsident ausschließlich von seinen eigenen Interessen geleitet werde. Dabei warnte sie vor den negativen Folgen von Trumps zunehmender Verzweiflung. „Wenn er glaubt, unterzugehen, wird er uns mit sich in die Tiefe ziehen“, so die Psychologin.