Rapid: „Plan“ ging auf – letzter Gegner wohl fix!
Rapid steht nach dem 4:1-Sieg bei Paide in Estland schon mit einem Bein im Play-off der Conference League. Und auch der letzte Quali-Gegner steht schon so gut wie fest.
Bei der Ankunft in Tallinn rieben sich Rapids Spieler die Augen. In den Flughafenshops wurden auch im Sommer tatsächlich die dicken, traditionellen Pelzmützen verkauft. Doch der „Temperaturschock“ war durchaus angenehm, von fast 40 Grad in Wien auf 24 Grad in Estland. Allerdings erreichte Grün-Weiß auch eine tragische Nachricht: Noch in der Heimat war ein Rapid-Fan bei der Anreise wohl wegen einer allergischen Reaktion kollabiert, im Spital verstorben. Weshalb Kapitän Seidl und Co. dann als Zeichen des Gedenkens mit schwarzem Trauerflor aufliefen.
Mit sechs personellen Veränderungen im Vergleich zum 1:0 gegen Altach, vor allem in der Offensive wurde rotiert. Beim frühen „Dosenöffner“ half aber Paide mit: Hugo sprang eine Wurmbrand-Hereingabe an den Arm, der VAR griff ein, Bolla verwandelte vom Elferpunkt – 1:0 (5.).
Die Joker stachen
Doch danach bespielte Rapid den tiefen estnischen Block ohne Tiefgang, Esprit und Wucht, die vielen Kurzpässe verpufften, blieben hängen, die Chancen aus. Das war mau, einschläfernd, schwach – und wurde bestraft: Luts fiel nach einer Ecke der Abpraller vor die Beine -1:1 (41.).
Und auch nach Seitenwechsel wurde Rapids ideenloser Einbahnstraßen-Kick mit über 70 Prozent Ballbesitz lange nicht unterhaltsamer. Erst mit den Wechseln wurde es „besser“, die Truppe von Hoff Thorup zielstrebiger. Die Joker Haidara und Dahl nach Bollas Stanglpass verhinderten dann auch mit einem Doppelschlag binnen zwei Minuten spät die Blamage – 3:1 (85.).
Damit war Paides Gegenwehr gebrochen, konnte Haidara noch einen Doppelpack schnüren. So erfüllte Rapid trotz eines schwachen Auftritts mit dem 4:1 beim Vierten der estnischen Liga doch souverän die Pflicht. Für Hoff Thorup ging sein Plan auf: „Die ersten 75 Minuten haben wir sie laufen lassen, wir konnten neue Energie von der Bank bringen, wussten, dass wir dann Räume bekommen. Die haben wir auch genutzt.“
„Wir widmen ihm den Sieg“
Damit ist der Einzug ins Play-off der Conference League im Rückspiel am Mittwoch in Hütteldorf nur noch Formsache. „Das 4:1 sollte genug sein“, so Hoff Thorup, der wegen des verstorbenen Fans nach Worten rang: „Unfassbar traurig. Wir widmen ihm den Sieg. Aber Fußball ist in solchen Momenten völlig egal.“
Schotten gehen in Lissabon unter
Rapid kann sich bereits auf ein Play-off-Duell mit Heart of Midlothian vorbereiten. Der schottische Vizemeister, in der Champions-League-Qualifikation gegen Sturm Graz chancenlos (0:4 und 0:2), verlor in der Europa-League-Quali bei Benfica Lissabon 1:6 und wird wohl die letzte Hürde der Hütteldorfer auf dem angepeilten Weg in die Ligaphase sein.