Riesenerfolg für eine brillante Orchesterparade
Tropische Sommernacht im Schlosspark von Schönbrunn! Zum 23. Mal verzauberten die Wiener Philharmoniker mit dem Sommernachtskonzert ihr Publikum, dessen Stimmung manche „magisch“ nannten. Bei freiem Eintritt kamen über 50.000 Fans aus aller Welt zum größten Klassikevent Europas.
Ein bunter Programm-Mix mit dem walisischen Grandseigneur und brillanten Entertainer Sir Bryn Terfel im Mittelpunkt. Er wurde für seine wortdeutlichen, kraftvoll leuchtenden Wiedergaben von Boitos „Mefistofele“-Arie, des „Ehrenmonologs“ aus Verdis „Falstaff“ oder „Abendlich strahlt der Sonne Auge“ aus Wagners „Rheingold“ bejubelt. Er geizt nie mit Pointen, in „Mefistofele“ als Pfeifkünstler oder als in seinen Bauch verliebter Falstaff. Als Fiddler Tewje aus „Anatevka“ stiehlt er auch Hollywood-Stars die Show.
Am Pult: Sommernachts-Debütant Lorenzo Viotti. Er schafft perfekte Klangbalance, wechselt stilsicher zwischen den Musiktheatergenres. Zauberhaft, wie er das Orchester im „Thaïs“-Intermezzo Massenets – brillante Solistin: Konzertmeisterin Albena Danailova – oder in Florence Prices „Adoration“ in Farbnuancen schwelgen lässt. Ravels Suite „Daphnis et Chloé“ wurde vom Staatsballett als originelles Schattenballett an der Schlossfassade gezeigt.
Ein Riesenerfolg! Umso mehr fragte ich mich, wie kurzsichtig Kulturpolitiker sind, die die Förderung des Konzerts – einer Visitenkarte Österreichs! – zuerst streichen wollten und nach heftigem Streit auf 100.000 Euro reduzierten?